Der Key-Largo-Skandal im Rathaus Rottweil

26. August 2015

Rottweil. Das Schwarze Tor wird gerade für die Sanierung eingerüstet, darum schließt Rainer Birk seinen Laden Key Largo in der Otto-Burger-Passage, für den es kaum noch einen Zugang gibt. Der Skandal ist aber das Rathaus, das dem Ladenbesitzer keinen Millimeter entgegenkam:

Birk hat in dem kleinen Geschäft seit Mai 2010 Geschenkartikel und Süßigkeiten verkauft. Der Umsatz sei in letzter Zeit gesunken, so Birk, und durch das Gerüst am Schwarzen Tor erwarte er weitere Einbußen. Denn dann können seine Kunden nur noch durch einen schmalen Eingang in sein Geschäft kommen statt wie bisher von beiden Seiten der Passage und vom Schwarzen Graben her.

Entgegenkommen seitens der Stadt? Fehlanzeige, so der frustrierte Ladenbesitzer. Er habe darum gebeten, während der Umbauzeit ein Banner aufhängen zu können. „Da haben sie gar nicht drauf reagiert“, sagt er. Dann habe er darum gebeten, dass die Stadtverwaltung ihm während der Zeit der Tor-Sanierung wenigstens die Gebühren für die Dinge, die vor seinem Laden stehen, erlasse. Aber auch da ging nix, so der Einzelhändler. Die Stadtverwaltung habe ihm nur erklärt, dass sie alle Ladenbesitzer gleich behandle.

So etwas ist skandalös. Immer gleich Gebühren abzocken, aber nicht einmal die Anfragen von Läden und Geschäften beantworten. Wahrscheinlich hat das Rathaus gerade mal wieder hochgestochene „Studien“ über den „Wirtschaftstandort Rottweil“ oder sowas erstellt, die jetzt in einer Schublade schimmeln. Wenn es aber drauf ankommt, einem kleinen Ladenbesitzer in 50 Meter Entfernung in einer Notsituation unbürokratisch zu helfen, versagt man auf voller Linie. Wäre dem Amt ein Zacken aus der Krone gebrochen, wenn mal ein Mitarbeiter hoch gegangen wäre und mit Birk gesprochen hätte? Abzocken ja, Dienstleistung null.

Das Ganze ist natürlich auch ein Thema für den Gemeinderat. Wie wäre es, wenn gerade Herr Klein von der FDP, der sich so riesige Sorgen um die Otto-Burger-Passage gemacht hat und der Stadt damit einige Zusatzkosten und Ärger beschert hat, sich seines Kollegen annehmen würde. Klein hat ja auch einen Laden in der Nähe, kennt die Lage und müßte dazu was sagen. So stellt man sich die Arbeit eines Stadtrats vor!

Birk sucht derzeit nach einem neuen Laden, und Key Largo gibt es auch im Internet. (Das Gesagte gilt natürlich nur, wenn der obige Auszug aus der letzten NRWZ auch stimmt.)

5 Antworten to “Der Key-Largo-Skandal im Rathaus Rottweil”

  1. Wach-Rüttler Says:

    Das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Große Sprüche und nichts dahinter. Es fängt womöglich schon damit an, dass sich Verwaltung und Gemeinderat bei Bewerbungen von den größten Windmaschinen einlullen lassen. Ich bin sehr gespannt, was der Oberdynamiker Schaffert noch alles reißen wird. Bisher hat sich bei mir vor allem sein perfekt trainiertes Grinse-Gesicht eingeprägt: Optimismus total, sobald eine Kamera im Anschlag ist.

    Und wo ist eigentlich im Fall Birk der Wirtschaftsförderer?

    Was treibt den der Pressesprecher?
    Sonntagsreden für den OB schreiben vielleicht?

    Womit verbringt der Extra-Pressesprecher der Stadtwerke seinen Arbeitstag? Über dem nächsten Rap brüten? Die verkrachte Energiewende als Erfolg verkaufen? Volksverdummungs-Strategien ausbrüten?
    Bewerbungen schreiben?

    Wer weiß mehr? Ich lasse mich gerne aufklären und bin auch bereit, Vorurteile abzulegen.

  2. Friederika Says:

    Wer sich nicht beugt, wird ausgegrenzt und Probleme von kleinen Unternehmen interessieren die einen Scheiß. Allerdings: Wer an die Presse geht, wird im Nachhinein Gutes erfahren. Denn das mögen sie absolut nicht.

  3. Dummsgschwätz Says:

    „Herrendünkel“
    …und auch diese „Kaiser“ sind nackt.

  4. Oskar A. Says:

    Kein Wunder, wenn bei dieser Arroganz der Stadtverwaltung bald noch mehr Läden leer stehen. Wer in Rottweil kein Beamter ist und nicht bestimmten Clans von Winkeladvokaten und Ärzten angehört, hat hier keine Chancen.

  5. Saint Says:

    Dort kommt jetzt eine Weinstube rein!


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