Stadtrat hat mal wieder Adolf-Probleme

2. Oktober 2015

Rottweil. Nachdem die JVA gebongt ist, hat der Rottweiler Stadtrat endlich wieder ganz, ganz wichtige Probleme: Erinnerung an 1933 folgende. Jetzt müssen Bäume und Tafeln her!

Festhalten wolle man indes an der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht am 9. November im Konvikt. Zudem solle eine Internetdokumentation zu den Häusern ehemaliger jüdischer Inhaber erstellt werden. Tafeln an den Gebäuden sollen an die früheren Bewohner erinnern, vorausgesetzt, die jetzigen Bewohner sind damit einverstanden. Das wurde am Mittwochabend einstimmig beschlossen.

Bleibt die Idee mit dem Baumfeld. Hier wurde eine Grundsatzentscheidung getroffen. Bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde entschieden, an einem entsprechenden Ort in der Stadt symbolträchtige sieben Bäume für die 24 jüdischen Opfer zu pflanzen. Aber wo? (Bote 2.10.15)

Der leider zu früh verstorbende Bürgermeister Guhl hat dazu 2014 was Kluges gesagt: Guck da! Und der konservative Publizist Johannes Gross schrieb einst treffend: „Je länger das Dritte Reich zurückliegt, umso mehr nimmt der Widerstand gegen Hitler und die Seinen zu.“

Ich hab‘ ich nix gegen ein paar Bäume, aber mit dieser „Erinnerung“ wird auch immer gleich für heute moralisiert. Wetten, dass bei allen entsprechenden Veranstaltungen wieder mit schiefen Vergleichen auf „Flüchtlinge“, „Asylsuchende“, „Migranten“ eingegangen wird?

8 Antworten to “Stadtrat hat mal wieder Adolf-Probleme”

  1. Oskar A. Says:

    Ja, Schantle, da hast Du recht. Mit der permanenten Erinnerung an die Opfer der damaligen Zeit wird auch immer wieder an unsere Moral und unser Gewissen apelliert. Selbstzweifel und Selbsthass werden weiter geschürt und das deutsche Volk kommt nie zur Ruhe. Aber das ist Teil des Systems, dass Deutschland nie mehr gestärkt und selbstbewußt werden soll. Die Täterrolle wird von Generation zu Generation weitergegeben, obwohl unsere Kinder und Kindeskinder damit wirklich nichts mehr am Hut haben.

  2. Baurebub. Says:

    Liebe Rottweiler. da sei euch.. Gunter Demnig emp­foh­len. die Adresse ist :Gunter Demnig
    Kölner Straße 29
    D-50226 Frechen .Er fertigt und verlegt unter großem Presserummel seine „goldenen Stolpersteine “ in euren Gassen. Für schmales Geld eine schöne Möglichkeit seine Verpflichtung auch in breiter Öffentlichkeit nach aussen zu zeigen.Für lächerliche 95 Euro die Möglichkeit.Plus Nebenkosten versteht sich. Noch einen kleinen zuschlag von wenigen 100 Euro kümmert sich sein Team auch noch um das ganze drumherum..incl Öffentlicharbeit / Vorträge / Spenden und Patenschaften. Tolle Sache da man damit auch direkt noch den „“ Künstler „“ unterstützt. Hatt er doch bereits über 30.000 Stolpersteine in 650 deutschen Kommunen verlegt.Denken sie auch an die ungeheure lokalhistorische Bedeutung .

  3. Friederika Says:

    Die Kernstadt ist schon eng genug. Weitere Erinnerungen und Gedenktafeln bringen die Stadt zum Ersticken. Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern, daher gilt es umso mehr an der Gegenwart und Zukunft zu arbeiten.

    Der Hinweis auf der Autobahn „Rottweil – älteste Stadt Baden-Württembergs“ ist eh zum Gähnen.

    Für die Autobahn muss ein neuer Slogan her:
    Rottweil – die Stadt der Sehenswürdigkeiten und Türme. Und: Der Werbetext muss in mehreren Sprachen sein – aber bitte durch Google übersetzen lassen.

  4. Friederika Says:

    Korrektur: Selbstverständlich muss es heißen: aber bitte ****nicht**** durch Google übersetzen lassen.

  5. klepfer Says:

    @Baurebub

    Die NRWZ schrieb dazu folgendes:

    Zitat Anfang:

    „….Burgers Initiative hat umfangreiche Recherchen ausgelöst, wie er gegenüber der NRWZ berichtet. So machte sich Stadtarchivar Gerald P. Mager daran, passende Adressen zu finden. Allein – er fand keine, was gleichbedeutend zu sein scheint mit: es gibt keine. ‚Die Menschen sind hier wohl schon von alleine gegangen, bevor sie aus ihren Häusern vertrieben worden sind. Für die drastische Ursprungsidee der Stolpersteine also findet sich in Rottweil kein Beispiel. Das hat Burger auch der Historiker Werner Kessl, heute aktiv in der Arbeitsgemeinschaft ehemalige Synagoge, habe ihm schon klar gemacht, dass es wohl kein passendes Haus gebe….“

    Zitat Ende

    Der Link: http://www.nrwz.de/aktuelles/region/stolpersteine-ja-bloss-wohin/20131115-1211-51652

    D.h. Stolpersteine passen halt nicht nach Rottweil, weil die conditio sine qua non dafür fehlt.

    Die Idee, auf Orte verlorenen jüdischen Lebens in Rottweil aufmerksam zu machen, finde ich grundsätzlich nicht so schlecht. Dazu gehört natürlich auch die Shoa. EIn Denkmal nur um des Denkmals willen (Bäume etc.) ist jedoch idiotisch. So etwas haben wir schon in Berlin in Form des monumentalsten Denkmals nach dem Faschismus. Ich kann mir nicht helfen, aber das Berliner Ding hat mich noch nie an die verlorenen Juden Europas erinnert, sondern eher an die grauenhafte Ausstellung vom Grabstein-Villinger. Das Denkmal in Berlin ist der politische gewollte Versuch mit künstlichen, nicht authentischen Mitteln künstliche Betroffenheit herzustellen.

    Haben wir das wirklich nötig?

    Aber Burger und seinen Genossen ging es ja nie um echte informierte Emotion, sondern nur um politisch korrekte, gutmenschlich gleichgeschaltete Erziehung.

  6. Oskar A. Says:

    Die Werbetafeln für Rottweil an der Autobahn bitte dann auch auf Arabisch und Jiddisch! Vielleicht mit dem Hinweis auf die zukünftige Synygoge. 😉

  7. Bergbewohner Says:

    Rottweil, Stadt der Richter und Henker!


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