„Ausländer“ verlangen mehr Deutsch …

21. Oktober 2015

… Türkischer Akademiker-Verein in Ravensburg e.V. macht vorbildlichen „Flüchtlings-Knigge“

(dearw – Rottweil) – Der gestrige Aktionskreis der Freien Wähler Rottweil zum Thema „Flüchtlingszustrom – Asyl in Rottweil Stadt und Landkreis“ war von ausgesprochen sachlicher Diskussion und souveränen Beiträgen geprägt.

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Mit einem schwierigen Thema gut umgegangen! Tolle Veranstaltung„, so Dipl. Ing. und Handwerksmeister Hermann Breucha. Dr.-Ing. Peter Schellenberg dazu: „Die Stadt und der Landkreis haben einen gemeinsamen Plan. Diese Erkenntnis war für mich wichtig!„. Meine Meinung: „Interessierte und kritische Besucher wurden von zwei offenen und souveränen Kommunal-Chefs positiv überrascht“.

Neben allen sieben FWV-Stadträten waren: der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Kreistag Thomas J. Engeser, der Freie Wähler Ortsvorsteher von Göllsdorf Wolfgang Dreher, der katholische Kirchengemeinderat Karl-Heinz Villinger, der Bezirksvorsitzende der FREIE WÄHLER Südbaden (hat nichts mit dem Ortsverband der Freien Wähler Rottweil zu tun!) Dursun Ali Dayi, selbstverständlich die Hauptredner Landrat und OB sowie ca. 40 weitere Gäste aktiv dabei.

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Ich werde im weiteren keinen Artikel schreiben, sondern einfach die Stellungnahmen auflisten, mit dem Versuch diese halbwegs zu ordnen.

Hier die Aussagen und Antworten von Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel und Oberbürgermeister Ralf Bross, aus deren Eingangsstatement, zum Fragekatalog erstellt aus eingegangenen Fragen von 8 Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises und der anonymen Kommentarschreiber(in?) „Friederika“ sowie am Abend gestellten Fragen (ohne Priorisierung oder tatsächliche Reihenfolge):

Landrat:
„Derzeit werden dem Landkreis Rottweil 265 Flüchtlinge pro Monat zugeteilt (Stand Oktober 2015). Wenn das so weiter geht, könnten es Ende 2016 ca. 5.000 im Landkreis sein. Das würde dann ca. 4 % der Bevölkerung entsprechen.“.
„Wir suchen ständig umnutzungsfähige Gewerbebrachen und leerstehende Wohnungen … diese können unter www.integration-rottweil.de gemeldet werden.“.
„Ich schliesse für die nächsten Wochen Hallenbelegungen im Landkreis aus.“.
„Der Landkreis ist in der gesetzlichen Pflicht Asylbewerber unterzubringen bzw. Obdachlosigkeit zu vermeiden und muss sich zuerst an das eigene Eigentum halten. Deshalb wird in die Kreissporthalle vorsorglich eine Kochgelegenheit und, keine teure Küche eingerichtet.“.
Wenn wir nicht ausreichend genug Unterbringungsmöglichkeiten angeboten bekommen, reichen die beiden Kreissporthallen ebenfalls nur fünf bis sechs Wochen, da dort lediglich ca. 300 bis 350 Menschen untergebracht werden können. Danach geht es möglicherweise kaskadenartig weiter.“.
„In der Güterabwägung Obdachlosigkeit oder Schulsport/Vereinsleben, muss Obdachlosigkeit vermieden werden.“.
„Objekte können nicht so einfach beschlagnahmt werden. Eigentum ist ein hohes Gut. Bevor nicht der Nachweis erfolgt, dass der Landkreis alles ausgeschöpft hat und gar keine andere Möglichkeit mehr hat, sind Beschlagnahmen nicht möglich. Dies gilt auch für das alte Krankenhaus in Schramberg.“.
„Das mit dem Eigentum gilt auch für die Hallen der Gemeinden. Solange uns die Gemeinden nicht solidarisch ihre Sport- und Festhallen oder andere Einrichtungen anbieten, haben wird als Landratsamt keinen Zugriff darauf.“.
„Als Landrat kann ich die Kommunen nicht zwingen, ehe ich nicht alle Möglichkeiten des Landkreises erschöpft habe.“. (Anmerkung; ob dies nun logisch und zweckmässig ist oder nicht.)
„Angebote eigener Hallen von Gemeinden, Ortvorstehern und Bürgermeistern würde tatsächlich keine Sogwirkung erzeugen, die Zuteilung bliebe unverändert.“.
„Kämen Angebote der Gemeinden, kommen wir ggf. um die Verlegung des Schulsports herum.“. (Anmerkung; manchen ist mit Nichtwissen unterstellt wohl wichtiger, dass exemplarisch der Fasnets- und Bürgerball sowie die Gymnastikgruppe ungestört stattfinden kann, statt dass der Schulsport reibungslos funktioniert!?)
„Wir hoffen auf die Solidarität der Gemeinden. Ich will aber die Gemeinden nicht nennen, welche ihren Verteilungsschlüssel nicht erfüllt haben. Wir sind aber regelmässig im Gespräch. Diese Gemeinden werden von mir und Herrn Hamann besonders gepflegt.“.
„Der Landkreis hat keine eigenen Wohnungen. Unser Anteil an der Kreisbaugenossenschaft beträgt gerade mal 750,– €.“.
„Zusätzliche Duschen und Toiletten an Einrichtungen wie z. B. Hallen hängen von der Belegungsdichte ab.“.
„Zu bedenken ist auch die mittelfristige Unterbringung von anerkannten Flüchtlingen. Dazu fehlen laut Städtetag und Architektenkammer derzeit ca. 400.000 Wohnungen in Deutschland bzw. ca. 60.000 in Baden-Württemberg.“.
„Ein gegeneinander Ausspielen von sozial schwachen Menschen darf es nicht geben.“.
„Es wird sich bzgl. des Wohnungsmarktes direkt nichts für unsere ärmere Bevölkerung verschlechtern. Der Bestand ist derzeit ausreichend. Es wird aber mittelfristig die Nachfrage an günstigen Wohnungen steigen. Dies wird eine grosse Aufgabe sein die Menschen endgültig unterzubringen. Dazu haben wir maximal 1,5 bis 2 Jahre Zeit dies zu bewältigen. Wir sind zuversichtlich, dass hier Bund und Land einiges tun. Es muss vor allem finanziell was kommen.“.
„Wir erhalten derzeit vom Land für die Aufgaben pro Flüchtling für 18 Monate pauschal 13.260,– €. Es scheint so zu sein, sollte das nicht ausreichen, dass alle Kosten vom Land erstattet werden. Diesbzgl. sind wir über die kommunalen Spitzenverbände mit dem Land ständig in Verhandlungen.“.
„Bei 2,8 % Arbeitslosigkeit im Landkreis, sollten Flüchtlinge eine gute Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.“.
„Aus Angaben der Agentur für Arbeit und der OECD ist allerdings zu entnehmen, dass nur 5 % der Asylbewerber kurzfristig nach einem Deutschkurs tauglich für den Arbeitsmarkt sind. Mittelfristig seinen es ca. 50 %. Bei einem Drittel ist davon auszugehen, dass diese längerfristig von Transferleistungen abhängig sein werden.“.

Zum Thema Deutschkurse, welches sehr intensiv diskutiert wurde: „Bei Flüchtlingen mit Bleibeperspektive geht es relativ schnell, wir haben aber Kapazitätsengpässe.“. Daraufhin ging eine längere Diskussion im Saal los. Die einen meinten, es dürfe nur Deutsch unterrichtet werden, wenn dies von ausgebildeten Pädagogen geschieht, mit dem Studien- oder Lehrgang „Deutsch als Fremdsprache.“. Hier regte sich dann Protest vor allem von Besuchern mit offensichtlich türkischen und griechischen Wurzeln. Vor allen diese Ausländer (ich nenne Sie zur Verdeutlichung nun so, obwohl ich davon ausgehe, dass einige deutsche Staatsbürger sind) forderten mehr Deutsch für die Asylbewerber. Eindringlich forderten sie, nicht erst zu warten, bis irgend wann mal genug ausgebildete Pädagogen bereit stünden, sondern regten an, Flüchtlinge selbst zu Deutschausbildern und Dolmetschern zu befähigen. Die Deutschen im Saal versuchten immer dagegen zu halten, dass dies nicht funktionieren würden. Dem widersprachen die Ausländer vehement, teils aus eigener Erfahrung. Deshalb Überschrift eins.

Nun zur Überschrift zwei; Auf die Frage: „Werden den Asylanten in deren Landessprache Regeln ausgehändigt, wie sie sich in unserem Kulturkreis zu verhalten haben, wiesen die anwesenden Vertreter vom Landkreis und Stadt sowie vom Freundeskreis Asyl Rottweil Christoph Frank auf ein Bilderheftchen und einen geschickten Kartenfächer hin. Diese beiden Hilfsmittel sind hervorragend aufgebaut und vermitteln tatsächlich eine gute und schnelle Übersicht über unsere Gewohnheiten, unsere Rechtssystem, Essen, Kultur, Freizeit, Feste, Feiertage und vieles mehr. Man war sich einig, diese Hilfsmittel aus der Stadt Ravensburg auch hier in Rottweil direkt zu übernehmen.

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Siehe Bild oben – einfach drauf klicken, dann kommt eine vergrösserte Ansicht. Interessant daran ist, dass der Herausgeber beider „Kingges“ der Türkischer Akademiker-Verein in Ravensburg e.V. ist.

Warum ziehe ich nun diese beiden Themen hier zusammen, hebe sie farblich hervor und nehme sie sogar als Überschrift? Zum einen, wenn ich in diesem Blog eine Überschrift mit „Ausländer“ beginne, der Artikel mehr Zugriffe bekommt. 😛 Zum anderen erkenne ich daraus, dass wir ggf. viel öfters die Hilfe und den Rat unserer Ausländischen Mitbürger oder Deutsche mit Migrationshintergrund annehmen sollten. Deren Blickwinkel ist gerade für die Hilfe und Integration von Asylsuchenden möglicherweise sinnvoller, als der aus unserer Deutschen Gründlichkeitsmentalität.

Nun weiter mit den Stellungnahmen des Landrates:
Auf die Frage, „Nehmen anerkannte Asylanten unseren Arbeitskräften die Arbeit weg?“: Man sollte dies nicht gegeneinander ausspielen. Aber wer gut ausgebildet und leistungsfähig ist, findet Arbeit.“.
„Ich bin kein Gefängnisdirektor. In Asylunterkünften gibt es kein Alkoholverbot.“ und „Auch für Flüchtlinge gilt das Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung. Deshalb werden Unterkünfte nur Anlass bezogen, wie bei jedem Bürger, auf Waffen kontrolliert.“.
„Wenn wir in den Urlaub in den Nahen Osten fahren, ist die Gefahr sich an bestimmten Krankheiten anzustecken gleich gross. Jeder Asylbewerber wird aber verpflichtend auf seinen Gesundheitszustand und Krankheiten untersucht.“.
„Wir haben nicht genug Mitarbeiter für die Flüchtlingsaufgaben im Landratsamt. Es wären vier Stellen offen, welche wir nicht besetzt bekommen.“.
„Im Landkreis Rottweil braucht es bisher keine Bewachung von Flüchtlingsunterkünften.“.
„Ich habe hier Presseberichte zum Thema dabei, das ist bestimmt ein Zentimeter – wir haben gut informiert.“.
„Vorbild ist der Ortsvorsteher von Sulz-Glatt. Aus Solidarität setzte er in seiner Gemeinde das Recht auf Asyl durch.“.
„Schenkenzell ist ebenfalls vorbildlich im Landkreis. Der Ort nahm X (Zahl nicht richtig gehört) Flüchtlinge auf, das entspricht ca. 4 % der Einwohner von Schenkenzell.“.
„Wir haben eine gesetzliche Pflicht Flüchtlinge aufzunehmen. Ich halte nichts von polemischen, symbolischen Aktion. Allerdings ist die Lange der Landräte im Südosten Bayerns teils dramatisch. Da können man Hilferufe dieser Art eher nachvollziehen.“.
„Deutschkurse für Erwachsene und deren Integration – da müssen wir über die Integrationsbereitschaft sowohl der Asylbewerber aber auch die Annahme von Erwachsenen bei uns in der Bevölkerung sprechen.“.
„Integration heisst auch Anerkennung unserer Gesetze. Wir haben nicht genügend Personal um alles regeln zu können.“.
„Ich kann relativ hartnäckig sein, wenn ich etwas erreichen will, z. B. bzgl. der Solidarität aller Gemeinden.“.
„Berlin und Stuttgart wären gut beraten, wenn sie die Ratschläge der kommunalen Spitzenverbände schnell umsetzten würden.“.

Oberbürgermeister von Rottweil:
„Wir kündigen keine Wohnungen für Asylbewerber.“.
„Die Stadt hat ca. 300 Wohnungen. Die übliche Fluktuation beträgt 40 bis 50 Wohnungen im Jahr. Asylbewerber werden nicht bevorzugt bei der Vergabe, können sich aber wie alle auf die Warteliste eintragen.“.
„Pensionen und Hotels sind Privatbetriebe. Diese müssen von sich aus Zimmer anbieten. Wir sind aber als Stadt wie auch die Ortsvorsteher in ihren Gemeinden in vielen Gesprächen.“.
„Wir haben von Seiten der Stadt keine Planung, da sich die Rahmenbedingungen ständig verändern. Aber wir haben eine Strategie: Gespräche mit Wohnungseigentümern, allgemein dafür werben Wohnungen an das Landratsamt zu vermieten und notfalls denken wir an Wohncontainer.“.
„Wir haben das Lokale Bündnis für Integration und Unterbringung der Flüchtlinge gegründet, vor allem um alle Akteure zusammenzubringen.“.
„Die Stadt Rottweil müsste 18 % der Flüchtlinge im Landkreis aufnehmen, hat aber bereits rund 100 Personen über dem Soll. Kommunen, welche ihr Soll noch nicht erreicht haben, sollten sich im Rahmen der Solidarität stärker einsetzen.“.
„Die Stadthalle können wir nicht vorrangig für Flüchtlinge einsetzten, da wir feste Mietverträge abgeschlossen haben, welche zu Schadenersatzforderungen führen würden. Ähnliches gilt für das Spital, welches noch bis Ende 2016 an die Vinzenz von Paul Hospital gGmbH vermietet und von dieser genutzt wird.“.
„Für Obdachlose (ohne Flüchtlings- und Asylhintergrund) hat die Stadt genügend Platz. Es gibt aber viele welche freiwillig im Freien schlafen.“.
„Derzeit hat die Stadt direkte Mehrkosten für Flüchtlingsaufgaben in Höhe einer halben Stelle, dies entspricht 35.000,– €/Jahr.“.
„In drei Schulen, der Konrad-Witz-, der Römer- und der Eichendorffschule, haben wir spezielle Vorbereitungsklassen mit Fachkräften, um Flüchtlingskinder in unsere Schulklassen integrieren zu können. Ich halte es möglicherweise für besser, dies auf einige wenige Schulen zu konzentrieren, da dort Fachkräfte vorhanden sind. Für andere Schulen wären nicht ausreichend Fachkräfte dafür zu finden.“.
„Wir haben eine Sorgentelefon bzw. eine Anlaufstelle, sollte es wider erwarten mit Flüchtlingen Probleme geben. Das ist unser Bürgerbüro im Rathaus. Die Mitarbeiter nehmen die Sorgen, Probleme etc. auf und leiten es an die richtige Stelle weiter.“.
„Ich habe was gegen Tribunale. Sollten wir zu öffentlichen Veranstaltungen gezielt englischsprechende Flüchtlinge einladen und die Veranstaltung zweisprachig abhalten, fürchte ich, dass diese Menschen ausgefragt werden könnten, nach ihren Gründen etc..“.
„Für traumatisierte Menschen aus Kriegsgebieten haben wir in Rottweil eine Spezialklinik. Aber auch die kommen in der Zwischenzeit immer wieder an ihre Kapazitätsgrenzen.“.
„Wir haben keine ausreichende Strukturen bei dieser Flüchtlingswelle. Wir fordern vom Land mehr Mittel und für Schulen, Vorbereitungsstunden und Deutsch mehr Stunden. Wir als Stadt werden dafür sicher genug Räume zur Verfügung stellen.“.
„Wir müssen uns bei der Zuteilung der Schüler an die Schulbezirke halten. Wir haben keine andere Möglichkeit.“.

Ich – dearw – jedenfalls fand an diesem Abend sowohl den Landrat und den OB klasse. Beide sind den Fragen nicht ausgewichen und haben alles beantworten, was in ihrem kommunalen Einflussbereich steht. Das war eine der besten Veranstaltungen, welche ich im Rahmen des Aktionskreises der Freien Wähler erleben durfte.

22 Antworten to “„Ausländer“ verlangen mehr Deutsch …”

  1. Schantle Says:

    dearw,

    ich halte das Bild nicht für aussagefähig und habe es an die richtige Stelle im Text getan. Außerdem bitte ich um querformatige Bilder und kein Hochkant, das die ganze Seite bedeckt. Es ist nicht das Ziel, eine Seite zuzubildern, sondern dem Leser möglichst viel Artikel auf dem ersten Bildschirm zu zeigen.

    Was ich am Abend bemängle, habe ich bereits gesagt: 1100 Asylanten schaffen wir leicht, aber der Strom wird nicht aufhören und das schaffen wir nicht. Höchste Zeit, dass Landrat und OB das blicken, anstatt Ergebenheitsadressen an die dumme Kanzlerin zu schicken wie der Landrat!

    Jeder Zweite bescheinigt dem Staat Realitätsverlust

    Eine Mehrheit diagnostiziert einen Kontrollverlust des Staats und nimmt die Politik als ratlos wahr. So sind 57 Prozent der Bürger überzeugt, dass Deutschland jegliche Kontrolle darüber verloren habe, wie viele Flüchtlinge ins Land kommen. Jeder Zweite bescheinigt der Politik Realitätsverlust. Dabei sei den Bürgern klar, dass nur ein Teil der Maßnahmen kurzfristig wirken könne, heißt es. Sie erwarteten aber Klarheit über die Ziele der Politik.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article147854882/Jeder-Zweite-bescheinigt-dem-Staat-Realitaetsverlust.html

  2. Friederika Says:

    “Integration heißt auch Anerkennung unserer Gesetze. Wir haben nicht genügend Personal, um alles regeln zu können.”

    „Nicht genügend Personal“ klingt sehr oberflächlich. Das Personal könnte Überstunden machen, die wichtigsten Gesetzestexte zusammenstellen, übersetzen lassen und bei der Ankunft der Flüchtlinge verteilen.

    In der Industrie werden bei dringend anfallenden Arbeiten von der Geschäftsführung Überstunden angeordnet – so einfach ist das.

    Alternativ wäre es möglich, Flüchtlingen, die bereits einen Deutschkurs für Fortgeschrittene besuchen, in diesem Kurs einige wichtige Gesetze näher zu bringen. Auch mit Gesetzen lässt sich Deutsch lernen.

    Und was ist mit der Frage „Arbeitsplätze für Flüchtlinge im Landkreis“? Arbeitsplätze sind genauso von hoher Priorität wie Deutschkurse.

    Auf die weiteren Punkte gehe ich nicht ein und lasse sie so stehen.

    Danke, dass einige meiner Fragen beantwortet wurden.

  3. dearw Says:

    1. die machen Überstunden

    2. in dem Kartenfächer sind die wichtigsten Gesetze enthalten und einfach erklärt

  4. Schantle Says:

    dearw,
    in VS sind 4000 Asylanten und jetzt sollen sie nochmals 1000 Plätze bereitstellen, macht 5000. Schaffen die das auch?

    http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schwarzwald-baar-kreis-mittlerweile-4095-asylbewerber-im-kreis

    Jetzt will die Merkel Transall zur Abschiebung einsetzen. Lach!

    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/fluechtlingskrise-berlin-plant-abschiebungen-mit-transportmaschinen

  5. dearw Says:

    noch haben wir aus meiner Sicht nicht die Kontrolle verloren, doch wenn die Zuwanderung so anhält, könnte dies eintreten

  6. Friederika Says:

    Wurde schon in der Presse hinsichtlich der Überstunden berichtet? Das könnte den einen oder anderen Bürger motivieren, auch mitzumachen.

  7. dearw Says:

    bin gerade aufgestanden und muss den Schwabo noch lesen

    es ist aber erstaunlich, wie viele bereits aktiv helfen, z. B. im Freundeskreis Asyl

    und, durch das Rottweiler Bündnis wird dies gut koordiniert

    doch, wie im Text mehrfach zu lesen: Kapazitätsgrenzen, Kapazitätsgrenzen, Kapazitätsgrenzen

  8. Dr.med.Wurst Says:

    Das sind klare Ansagen, in diesem Sinne scheint ja alles geklärt zu sein.

    Ich denke nur, dass hier ein Punkt angesprochen wurde, der für mich die Essenz des eigentlichen Problems darstellt und die hier in einem Satz sehr gut illustriert ist:

    “Wir haben von Seiten der Stadt keine Planung, da sich die Rahmenbedingungen ständig verändern.“

    Das bedeutet, dass die Strategie der Stadt sich zu jeder Zeit in Luft auflösen kann, weil man sich nicht sicher sein kann, was die oberen Etagen noch vorhaben, wenn die Situation sich nicht bessert.

    Die notorischen Positivdenker werden nun wieder sagen, dass man ja auch flexibel sein muss und dass dies nur Beweisen würde, wie handlungsfähig man ist.

    Für mich ist mit so einem Satz nur eines klargestellt:
    Man kontrolliert die Situation nicht, sondern man wird von der Situation getrieben!

    Wenn das zum Dauerzustand im deutschen Politikbetrieb wird, dann soll man sich doch bitte nicht wundern, wenn die Leute dem Berliner Block den Rücken zudrehen und diese extreme Polarisierung innerhalb der deutschen Gesellschaft weitergeht.

    Ich lese nur, dass pro Tag weitere 8000 Menschen Griechenland erreichen. Das sind mit denen, die bereits unterwegs sind bis Ende des Jahres (70 Tage) ungefähr weiter 600 000 Flüchtlinge, von denen wir dann nochmals mindestens 90% absorbieren müssen! Also lasst uns mal 500 000 annehmen.

    Da werden die vorhandenen Kontingente und der Plan des Landrates und des OB bereits Makulatur sein und all das, was man ausgeschlossen hat wird dann unausweichlich werden.

    Mal abgesehen davon: Die Kehrseite der Beschleunigung der Asylverfahren wird sein, dass in der Theorie in ca. 2 Monaten die ersten Familien im Rahmen der Familienzusammenführung nach Deutschland kommen könnten!

    Ich glaube nicht, dass das irgend jemand hier angesprochen hat. Wo will man denn die unterbringen? Das ist dann nochmals Faktor 3 oder 4!

    Ich hoffe nicht das es dazu kommt, aber ich halte das ganze für Augenwischerei und ich behaupte mal aufgrund der Faktenlage, dass hier gegen besseres Wissen Aussagen getroffen werden, die sich so nicht halten lassen werden.

    Wenn man jedem Menschen auf dem Planeten ein Recht gibt zu uns zu kommen, weil er sich von irgendwas bedroht fühlt, und sie einläft vom gedeckten Tisch zu essen, dann sollte sich doch keiner wundern, dass die einfach vorbeikommen und sich auch nicht davon abhalten lassen, dass nicht genügend Stühle für alle da sind.

    Ich habe vor Tagen in der FAZ gelesen, dass die Menschen in Ghana z.B. sich schon darauf vorbereiten nach Deutschland zu kommen, weil sie im Fernsehen die Nachricht gesehen haben, dass Deutschland Millionen aufnehmen will. Der Tenor der Menschen war: „Wenn nicht jetzt, wann dann!?“

    Für mich ist das agieren der Politik in D momentan mit der eines Rohrbruchs vergleichbar. Das Wasser läuft und läuft, aber anstatt den Klempner zu rufen werden Eimer und Putzlumpen verteilt…..

    Die Aufgabe ist in ihrer Gänze noch nicht einmal voll in Erscheinung getreten, da merken wir doch schon, dass die
    zu groß für uns ist. Das System wird scheitern.

    Die Frage wird nur sein, welchen Scherbenhaufen diese Aktion hinterlassen wird und ob wir unsere Gesellschaft je wieder kitten können. Das Experiment der GROKO wird nur die schon lange bestehenden sozialen und politischen Konflikte und Fliehkräfte im Land aktivieren, die man in den Jahren des „Aufschwungs“ unter den angeblichen Erfolgsmeldungen begraben konnte.

    Wenn den Helfern im Frühjahr endgültig die Puste ausgehen wird, werden wir weiter sehen.

  9. dearw Says:

    Schwarzwälder Bote (in der Druckausgabe steht mehr – Inhalte/Ausagen aber nicht abweichend von oben angeführten): http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.rottweil-die-facetten-der-fluechtlingskrise.41dc9204-e9db-45ba-9e6f-35d6095425a3.html

  10. dearw Says:

    wer persönlich helfen möchte, kann sich z. B hier melden: http://integration-rottweil.de/jetzt-unterstuetzen/ehrenamt/

  11. Schantle Says:

    Flüchtlingspolitik: Grüner OB Palmer auf Linie – mit der CSU
    Wir schaffen das nicht!

    Boris Palmer
    8557 Abonnenten · 16. Oktober um 07:29

    Wir schaffen das nicht
    Über eine Million Flüchtlinge in einem Jahr kann man noch reden. Das wirft auch schon nahezu jede Planung um und produziert Notlösungen von Tag zu Tag. Über 10.000 Flüchtlinge pro Tag kann man nicht mehr reden. Wenn das anhielte, kämen in den nächsten zwölf Monaten 3,65 Mio Menschen nach Deutschland. Es tut mir leid das schaffen wir nicht. Die Politik muss handeln, sonst implodiert unser Aufnahmesystem und der soziale Frieden im Land.

    So einen OB wünscht man sich!

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-boris-palmer-will-fluechtlingszahlen-begrenzen

  12. dearw Says:

    Bross und Michel haben sich im Kontext durchaus ebenso geäussert

  13. Schantle Says:

    “Wir schaffen das” – ein Dejà-vu

    Es ist kein größeres Problem, eine bis eineinhalb Millionen Einwanderer unterzubringen. Die Neuankömmlinge kommen schnell in Arbeit, füllen die Steuerkassen, erledigen unser demografisches Problem; nicht so Qualifizierte werden geschult – der weltweite Elends- und Flüchtlingsstrom, so muss man die Reden der Regierenden deuten, ist im Grunde ein Segen für Deutschland. Zweifellos ein Großprojekt, aber eins, das gelingt, wenn alle nur wollen und anpacken.

    Ganz ungewohnt ist die Rhetorik der Selbstbegeisterung nicht. Auch die Energiewende wurde so aufs Gleis gesetzt, begleitet von Studien und Prognosen, die den Bürgern vor allem die Angst vor den Kosten nehmen sollten. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, noch einmal den Blick auf die schönsten Soundbites und Versicherungen von damals zu werfen:

    Wie man uns bei der Energiewende angelogen hat, wir schaffen das ohne Mehrkosten!

  14. dearw Says:

    der Tenor von Landrat und OB war sicher nicht „wir schaffen das“ geschweige denn „wir schaffen alles“, sondern eher: „wir erfüllen unsere Pflicht und machen das Beste daraus“

  15. Dr.med.Wurst Says:

    Tja Dearw,

    auf Deinen Satz am Ende habe ich förmlich gewartet, weil ich dann etwas aus dem Repertoire der bunten Anitifaschisten, die mir Deutsche Geschichte beigebracht haben, anwenden kann

    Ich erinnere mich lebhaft, dass eine ganze Generation von heute alten und fetten rotzgrünen Spießern ihre Eltern für schuldig erklärt hat, weil diese sich mit dem Satz für ihre Rolle im 3.Reich entschuldigten, dass sie „nur ihre Pflicht“ getan hätten. Es wurde ihnen vorgeworfen, dass keinen Widerstand geleistet hätten und dass das Beispiel der Weissen Rose der Beweis dafür sei.

    Genau diese geistig-versifften Mitläufer und Opportunisten wollen mir also heute erzählen, dass sie auch nur Ihre Pflicht tun? Das es heute keine Möglichkeit des Widerstandes gibt? Das sie nur das Beste aus der Situation machen wollen?

    Im Unterschied zu damals wird man heute hingerichtet, wenn man Widerstand leistet. Aber das tun sie nicht, weil sie in Ihrem Kadavergehorsam gefangen sind, weil sie meinen auf der richtigen Seite zu stehen und das Richtige zu tun.

    Mein Opa dachte auch, er stehe auf der richtigen Seite und dass die da oben auch das Richtige tun würden.

    Und so wird man von der Geschichte enttäuscht und von den nachfolgenden Generationen gerichtet.

    Wie wird wohl die Geschichte in 40 Jahren über den Landrat und all diese selbstgefälligen Sesselfurzer richten, die sich der „guten Sache“ so begeistert verschrieben haben?

  16. dearw Says:

    diese Aussage bezieht sich auf das mit was sich die Veranstaltung beschäftigte – mit dem was wir mit den Folgen als kommunale Aufgabe verstehen und als Kommunalpolitiker zu tun haben

    viele sind noch anderweitig politisch engagiert, doch momentane Herausforderungen vor Ort sind davon zu trennen

  17. Dr.med.Wurst Says:

    Ja genau,

    und da sehe ich auch eine Pflicht als Kommunalpolitiker innezuhalten und seine Möglichkeiten zu prüfen, wenn Merkel bestehendes deutsches und europäisches Recht bricht!

    Wie kann ein Landrat da seine Pflicht erfüllen?
    Wer all das billigend in Kauf nimmt, wohlwissend dass die ganze Aktion per Definition illegal ist, der hat Mitschuld!

    Das Glück, das solche Leute haben ist, dass der Deutsche so aphatisch geworden ist, dass er alles hinnimmt, was die Obrigkeit tut, weil er immer noch daran glaubt, dass diese das Problem schon lösen wird.

    Daher gilt momentan: Wo kein Kläger da auch kein Schuldiger! Aber nur weil alle stramm deutsch mitmachen, heißt es deswegen noch lange nicht, dass das alles Rechtens ist oder in der Zukunft nicht geahndet wird.

    Man erzähle mir bitte auch nicht, dass man keinen Widerstand gegen offensichtlich schwachsinnige Anordnungnen aus Berlin auf kommunaler Ebene leisten kann, die den sozialen Frieden und das Geneinwesen auf absehbare Zeit schädigen werden.

    Nur so am Rande: Im 3.Reich wurde Widerstand mit dem Leben bezahlt. Alles was man heute befürchten muss ist aus dem Amt gejagt zu werden und eine fette Beamtenpension zu bekommen.

    Und jetzt offenbart sich, dass die Besserwisser-Generation, die so selbstherrlich über die Alten zu Gericht gesessen ist, selbst dazu zu feige ist! Da unterschreiben bayrische Landräte Brandbriefe, es ist aber noch keiner von Board gegangen, dafür lebt man doch zu gut vom System.

    Man sieht, dass die kein Stück besser sind als die Generation vorher. Alles wie gehabt in Deutschland!
    Befehl von oben, weitermachen! Schuld? Ich doch nicht!

    Darum bleibe ich dabei: Die Geschichte wird von den Gewinnern geschrieben! Und so wie sie mit unseren Großvätern und Großmüttern ins Gericht gegangen ist, verstehe ich auch genau, warum ihr alle wie wild rudert, um es doch noch zu schaffen!

  18. Schantle Says:

    Besser, die protestierenden Landräte bleiben im Amt als die Kriecher! Und unsere Bürgermeister hier in BW sind ja vom Volk gewählt, auch die könnten protestieren, anstatt zu schleichen! Manche tun es:

    215 Bürgermeister schicken Brandbrief an Merkel

    Im Kanzleramt ist erneut ein Brandbrief eingetroffen: 215 Bürgermeister fordern von Angela Merkel, den Zustrom von Flüchtlingen zu drosseln. Die Kapazitätsgrenzen seien bereits erreicht.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article147876764/215-Buergermeister-schicken-Brandbrief-an-Merkel.html

    Broß kann ruhig auf Optimismus machen, wir haben ja nicht viel Asylanten im Kreis RW, nur sollte er nicht bloß auf Optimismus machen, sondern auch ehrlich warnen und keine Phrasen wie „weltoffene Stadt“. Willkommenskultur und den abgedroschenen Mist verbreiten!

  19. Schantle Says:

    Hunderte Turnhallen sind für Schüler geschlossen

    Täglich werden derzeit Turnhallen von Schulen für die Unterbringung von Flüchtlingen beschlagnahmt. Und es dürften bald noch viel mehr werden, ergaben Recherchen der „Welt“ in den 16 Bundesländern

    http://www.welt.de/wirtschaft/article147868434/Hunderte-Turnhallen-sind-fuer-Schueler-geschlossen.html

    Tübinger OB Palmer
    Zugangszahlen bei Flüchtlingen begrenzen red/dpa, 21.10.2015 12:03 Uhr
    Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich gegen den Kurs der Grünen ausgesprochen und für eine Grenze bei der Aufnahme von Flüchtlingen plädiert. Nur so könne der hohe Standard bei der Unterbringung und bei den Integrationsbemühungen beibehalten werden.

    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.tuebinger-ob-palmer-zugangszahlen-bei-fluechtlingen-begrenzen

  20. Dr.med.Wurst Says:

    Der Wirtschaftsb(r)oss sollte für niemanden ein Maßstab sein. Wäre der eine Immobilie und könnte man den getrost unter der Kategorie Abschreibungsobjekt einordnen.

    Zum einen gebe ich Dir Recht:

    Man kann nur froh sein, dass es hier und da Leute gibt, die noch das Maul aufmachen und das Gröbste mit der eignen Leistung abfedern.

    Aber das ist so wie ich es in einem anderen Thread schon formuliert habe: In dem man versucht trotz aller Widrigkeiten seinen Job zu erledigen und sich in solchen Aufgaben selbst zerreibt hilft man nur den Handlungsdruck von den nächsthöheren Level fernzuhalten.

    Wenn also Kritiker und Praktiker gegen planlose Abnicker ersetzt werden, wird das nur noch schneller in die Katastrophe führen. So wenig ich mir eine Katastrophe für mein Heimatland und für die aufrechten Menschen in diesem Land wünsche, so sehr bin ich der Überzeugung, dass dieses Land nicht aufwacht bevor es zusammengebrochen ist! Und auf dem Pfad sind wir!

    Brandbriefe zu schreiben wird den Lauf der Dinge sicherlich nicht beeinflußen! Das ist schön, weil man sich dann hinterher die Hände in Unschuld waschen kann, aber die lokalen Gauleiter habe eh nix zu melden. Eigentlich ist das Spiel, in das wir und Merkel geraten sind, ja auch geopolitischer Natur, aber das ist ein anderes Thema….

  21. Schantle Says:

    dearw,
    der Beitrag war heute lang genug oben, das mach ich selbst!

  22. dearw Says:

    habe nur mal ausprobiert wie das geht – kann ruhig wieder runter – danke für´s bearbeiten


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