Wird Haas neuer Rottweiler Bürgermeister?

1. Dezember 2015

Rottweil. Als Nachfolger des verstorbenen Bürgermeisters Guhl stellen sich am 9. Dezember zwei Kandidaten zur Wahl aus ursprünglich 11: Andreas Haas (58) und Christian Ruf (32). Den einen kennt man, den anderen nicht.

Vor seinem Wechsel in die Stadtverwaltung Tübingen war Haas hier in Rottweil bis 2007 Abteilungsleiter Stadtplanung und Hochbau und kennt sich also aus. Sein Vater war der Künstler Siegfried Haas aus der Klippeneckstraße.

Bin gespannt, wie sich die Stadträte entscheiden! In meiner schwachen Erinnerung hat sich Haas nämlich ein paar Mal aus Tübingen mit Leserbriefen gemeldet und Rottweiler Entscheidungen von dort aus kritisiert. Besserwisserische Kritik von auswärts kommt meist nicht so gut an. Der zweite Kandidat Ruf ist Jurist und kennt sich besonders im Bankenrecht aus.

Wie gesagt: bin gespannt! Guck da Bote!

14 Antworten to “Wird Haas neuer Rottweiler Bürgermeister?”

  1. Dorfschantle Says:

    Was will Rottweil eigentlich als Beigeordneten?
    – einen Volljuristen oder
    – einen Baufachmann
    Ich hätte diese Frage im Vorfeld entschieden und dann dem Gemeinderat zur Wahl 2 oder 3 Kandidaten der betreffenden Fachrichtung präsentiert.

  2. klepfer Says:

    Na ja. Nachdem man jetzt mit Lothar Huber einen brauchbaren Fachbereichsleiter Hochbau hat und nach einem Fachbereichsleiter für die Haupt- und Finanzverwaltung sucht, ist Andreas Haas bei aller Sympathie die völlig falsche Besetzung. Ein Jurist passt mir da übrigens auch nicht. Judex non calculat… Man sollte ganz gezielt nach einem Verwaltungswissenschaftler (wie es der Guhl war) suchen.

    Was den Schantle sicher interessieren dürfte: Der Andreas Haas hat beim Bauen einen (allerdings noch einigermassen ertragbaren) Ökofetisch.

  3. Dorfschantle Says:

    @Klepfer
    Eine teuere Fehlbesetzung also, egal wie die Wahl ausgeht.
    Zusammengefasst: reine Verschwendung! Für die Suche nach dem vorgeschlagenen Verwaltungswissenschaftler ist es zu spät.

  4. Friederika Says:

    Allgemein lässt sich sagen: Wer einem Unternehmen den Rücken kehrt, lässt sein Team oder die Kollegen*innen im Stich. Bei einer Rückkehr in das ehemalige Unternehmen ist m. E. niemals ein Neubeginn, nur ein “Wiedereinstieg” möglich. Die Räte werden es richten.

  5. klepfer Says:

    @Friederika

    So würde ich das nicht sehen. Der Haas hatte anno 2007 gute Gründe Rottweil zu verlassen. Sein Chef hieß damals Burzan* und er hatte zusätzlich mit einem Häuschen auf dem Hegneberg einen Fehlkauf getätigt. Nur unter Russen wird man schnell zur Minderheit… In Tübingen sah er damals die Chance für einen entsprechenden Neuanfang.

    .

    * Burzan krempelte seinerzeit seinen kompletten Fachbereich auf besonders hirnrissige Weise um. Das war wirklich zum davonlaufen. Die aussergewöhnliche Stellung, die Haas zuerst innehatte, erodierte unter dem profilbewussten Burzan schnell. Im Weiteren waren seinerzeit (wie immer) die Kosten von irgendwelchen Bauprojekten aus dem Ruder gelaufen…

  6. klepfer Says:

    @dorfschantle

    Ja. So könnte man das sehen. Wenn die Ratsleute verantwortlich abstimmen, vertagen sie sich und fordern die Verwaltung zu einer ganz neuen Kandidatensuche auf. Das Problem ist, dass viele meinen, das notwendige Fachwissen könnte man sich schon in der Praxis „aneignen“. Dem ist aber nicht so. Der Guhl war deshalb gut, weil er ein echter Fachmann war.

  7. Friederika Says:

    @Klepfer – Mir ist das Thema „Burzel“ bekannt.

    Ohne gute Gründe und wohl überlegt wagt selten jemand einen Neubeginn.

    Weshalb hat dann damals keiner A.H. aufhalten können oder für ein besseres Arbeitsumfeld gesorgt?

    Aus der Praxis sind mir einige Fälle von “Rückkehrern” bekannt. Etwa 60 % haben eine Rückkehr in das ehemalige Unternehmen nicht bereut, die Restlichen verfielen in ihr altes “Verhaltensmuster”, d. h. in neuen Situationen spiegelten sich “alte Geschichten” wider. Dabei spielen die immer noch im Unternehmen arbeitenden Kollegen aus der damaligen Zeit eine große Rolle (sie kennen bestens den Arbeitsstil, die Schwächen und Stärken des Rückkehrers).
    Ganz wichtig ist, im Vorfeld einer Wiedereinstellung mit diesen ein Gespräch zu führen. Ich gehe davon aus, dass die Räte dies getan haben.

  8. klepfer Says:

    @Friederika

    „…Weshalb hat dann damals keiner A.H. aufhalten können oder für ein besseres Arbeitsumfeld gesorgt?…“

    Weil Burzan damals Amtsleiter war und die Spielregeln bestimmte. OB Engesser war uninteressiert und hielt sich heraus während Werner Guhl sich auf seinen eigenen Fachbereich konzentrierte.

  9. Doc Says:

    Ach, der Herr Haas!

    Nach einem ausschließlich von ihm selbst verursachten Problem wollte der … MIR die Verantwortung zuschieben, mit den Worten: Sie müssen auch Verantwortung übernehmen, für Dinge, auf die Sie keinen Einfluß haben“ (wörtlich) Und wofür noch? Für’s Wetter? und das nur, weil ein überbezahlter Sesselfurzer zu feige ist, für seinen eigenen Mist gerade zu stehen?

  10. dearw Says:

    Dr. Ruf: 2010 bis 2014 Promotion am Institut für Öffentliches Recht und Politik der Westfälischen Wilhelms Universität Münster – Dissertation: „Die Bayrische Verfassung vom 14. August 1919“ – Kolloquium: „Minderheitenrechte in deutschen Parlamenten“ – summa cum laude

  11. Friederika Says:

    @Klepfer – Der eine desinteressiert, der andere auf seinen Fachbereich konzentriert ist nicht mehr als ein Wegschauen und wird vorhandene Probleme nicht lösen. So hat ein Dritter leichtes Spiel, analog seine Spielregeln aufzustellen.

    In der freien Wirtschaft gibt es für prekäre Situationen ein Konfliktmanagement. Zur Konfliktbewältigung setzen sich alle Beteiligten unabhängig ihrer Stellung im Unternehmen an einen Tisch. Leider sind die hilflosen, meist introvertierten und stur nach Spielregeln tanzenden Mitläufer die übelste Sorte in einem Unternehmen, die – sofern Gespräche nicht mehr fruchten – eigentlich sofort eliminiert werden sollten.
    Oft langjährige Mitarbeiter bzw. Mitläufer, sind sie die Störfaktoren eines Unternehmens und können neuen Mitarbeitern oder Rückkehrern Steine in den Weg legen.

    Am Rande erwähnt: Der hier erwähnte Dritte hat seinen Nachnamen durch Heirat geändert. Auch eine Art, die Vergangenheit loszuwerden.
    http://www.mz-web.de/quedlinburg/quedlinburg-snowboarder-will-mehr-buergernaehe

    Sollte es nicht mit dem künftigen BM funktionieren, sind halt die Räte schuld 😉

  12. klepfer Says:

    Fairerweise sollte man dazusagen, dass Haas sich 2007 auf den Posten des Fachbereichsleiters beworben hatte. Der „erwähnte Dritte“ (das ist sehr schön ausgedrückt) machte seinerzeit bei der Personalauswahl das Rennen. Das dürfte das Verhältnis zwischen den Beiden nicht einfacher gemacht haben. Haas hatte also wirklich allen Grund hier abzuhauen.

    So oder so sind das olle Kamellen. Mal schauen wer das Rennen macht oder ob der Gemeinderat doch noch einen Verwaltungswissenschaftler auftreibt.

  13. klepfer Says:

    @Friederika

    Moderne Verwaltungen greifen mittlerweile durchaus auf Mittel wie Konfliktmanagement zurück. Man ist ja derzeit dabei, Ämter bewusst wie Unternehmen zu organisieren. Gerade auch in Rottweil hat man bereits früh damit begonnen (Organisation in Fachbereichen statt in Ämtern, Doppik statt Kameralistik etc. pp.). Alles Steckenpferde des verstorbenen BM Guhl…

    http://www.rottweil.de/de/Stadt+B%C3%BCrger/Aktuelles/Stadtnachrichten/Stadtnachricht?view=publish&item=article&id=1510

  14. dearw Says:

    die Verwaltungswissenschaftler hat die demokratische Mehrheit rausgekickt – fand ich nicht gut – wir können einen aus meiner Sicht geeigneten 1. Beigeordneten aus den zwei verbleibenden bekommen


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