Möchtegern-Bürgermeister Haas tritt nach

18. Dezember 2015

Rottweil. Der unterlegene Bürgermeisterkandidat Andreas Haas, Tübingen, tritt nach, weil ihn der Rottweiler Gemeinderat nicht gewählt hat. Damit hat er schon wieder bewiesen, dass er der falsche Gewinner gewesen wäre, auch wenn das Wahlergebnis unseren GrünInnen in Verwaltung und Gemeinderat nicht passt! Sein Brief:

Die Erregung nach der Wahl des Ersten Beigeordneten ist am Abklingen, eine sachliche Bewertung der Vorgänge wird nun auch für mich wieder möglich. Während der Vorbereitung zu meiner Bewerbung, aber auch während und nach der entscheidenenden Gemeinderatssitzung hatte ich vielfältigste Begegnungen mit Menschen aus Rottweil. Von mir teilweise unbekannten Bürgerinnen und Bürgern über Personen in öffentlichen Funktionen bis hin zu einem Großteil der Stadtverwaltung einschließlich den Fachbereichsleitern und dem Oberbürgermeister wurde ich von allen mit großer Offenheit und Wertschätzung aufgenommen. Auch meine Besuche in den Fraktionen und bei fraktionslosen Mitgliedern des Gemeinderats waren immer konstruktiv und verbindlich. Ich bin für alle diese Begegnungen sehr dankbar. Das war ein großes Willkommen, es gab viele interessante Gespräche und ganz besonders spürte ich eine große Unterstützung meiner Kandidatur. Meine Bewerbung wurde durch Sie für mich persönlich zu einem großen Gewinn und ich denke und hoffe auch für all diejenigen, die mir so offen gegenüber getreten sind. Dafür möchte ich mich auf diesem Wege bei jedem Einzelnen und jeder Einzelnen von ganzem Herzen bedanken.

Wie man es von mir gewohnt ist, äußere ich mich gerne auch mit konstruktiver Kritik. Allen, die das als Einmischung abqualifizieren, die jetzt sagen „jetzt tritt er nach“ oder „schlechter Verlierer“ sei gesagt, dass ich als intimer Kenner Rottweils durchaus das Recht für mich in Anspruch nehme, nach einer verlorenen Bürgermeisterwahl mich zu den Vorgängen zu äußern. Und vorneweg stelle ich eines klar: Natürlich akzeptiere ich den Wahlausgang per Losentscheid und wünsche dem neuen Ersten Bürgermeister Christian Ruf Erfolg und eine gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

Was war die Aufgabe des Gemeinderats? Aus den Bewerbern den besten zum neuen Bürgermeister Rottweils zu wählen und ihm einen überzeugenden Arbeitsauftrag zu erteilen. Was waren die Wahlkriterien? Die spezifische Fachkenntnis für die beiden zugeordneten Sachgebiete, ausreichend Verwaltungserfahrung, das Alter, die Präferenz von Verwaltung und Oberbürgermeister und viele weitere. Der Gemeinderat, zumindest eine Hälfte davon, hat sich offensichtlich nicht nur diesen Kriterien entzogen. Ein Gemeinderat hat das gesamte Verfahren durch seine rechtswidrige Frage nach der sexuellen Orientierung ungültig gemacht, andere Gemeinderäte haben sich enthalten oder ihre Stimme bewusst ungültig gemacht. Damit haben sie sich der ihnen übertragenen Verantwortung entzogen und das Wahlverfahren in die Banalität eines Losverfahrens abdriften lassen, zum Schaden aller Beteiligten.

Und wer sind die Leidtragenden? Zuallererst beide Kandidaten: Beide hätten es nach einem überzeugenden und anstrengenden Wahlkampf verdient, mit einer klaren Mehrheit gewählt zu werden, wurden jedoch so zum Spielball undurchschaubarer Machtkämpfe. Und dann die Verwaltung: Ihre klare Positionierung wurde vom Gemeinderat abgestraft, zumindest nicht unterstützt, warum auch immer. Den größten Schaden allerdings hat der Gemeinderat selbst davon getragen. Sein Verhalten ist nicht erklärbar und er wird es schwer haben, das Vertrauen derjenigen Bürgerinnen und Bürger zurück zu gewinnen, die von diesem Wahlprozedere bitter enttäuscht sind.“

Ein Mann auf dem Ego-Trip!! Es gibt Leute, die müssen sich immer ins Rampenlicht drängen und Recht haben. Man kann sich lebhaft vorstellen, was für ein grüner Rambazamba hier die nächsten fünf Jahre mit Haas abgegangen wäre! Danke! Guck da NRWZ! (dearw, volle Zustimmung!)

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9 Antworten to “Möchtegern-Bürgermeister Haas tritt nach”

  1. klepfer Says:

    Für den Haas ist es schon dumm gelaufen. Menschlich kann ich die persönliche Enttäuschung gut nachvollziehen. Er war sich seiner Sache sicher und erlebte ein herbes Waterloo.

    Seine Kritik ist jedoch Quatsch. Eine Wahl ist eine Wahl. Nicht die Verwaltung wählt den Bürgermeister sondern die Gemeinderäte als Vertreter des Souveräns in Form der Rottweiler Bevölkerung. Wilde Fragen an die Kandidaten oder Enthaltungen sind das ureigenste Recht der Gemeinderäte. Dabei bleibt es. Unabhängig davon, ob einer der Bewerber schwul ist oder nicht. Und das ist gut so.

  2. Schantle Says:

    Klepfer,
    ja klar, verständlich, aber warum muss das wieder hinaustrompetet werden?

  3. Friederika Says:

    Wer einer Niederlage „hinterhertrauert“, hat sie nicht akzeptiert und ist beinahe schon traumatisiert. In A.H. hübschem Köpfchen herrscht Chaos, ständig auf der Suche nach §§, die Wahl anzufechten. Viel Spaß beim Suchen!

  4. Oskar A. Says:

    Die Haasens waren alle zwar sehr künstlerisch begabt, aber durchweg schlechte Taktierer und Verlierer.

  5. klepfer Says:

    @schantle

    Weil er sich verrennt und er mir leidtut. Ich will ihn nicht in die Pfanne hauen, obwohl er einem im Moment genügend Grund dazu gibt.

  6. Schantle Says:

    klepfer

    du hast mich ganz falsch verstanden. Ich hab gemeint, warum muss der Haas seine Sorgen hinaustrompeten!

  7. klepfer Says:

    @Schantle
    Ja. Ist überflüssig wie ein Kropf und idiotisch obendrein. Er schadet sich nur selbst.

  8. Knecht Ruprecht Says:

    Ist es wirklich ein Nachttreten wenn man die Dinge aus seiner Sicht schildert? Ich finde das Statement sehr persönlich, keinesfalls überheblich. Es zeigt viel mehr, dass eine meinungsstarke Persönlichkeit dahintersteckt, die sich eben nicht versteckt, sondern Stellung nimmt. Ich denke Haas hätte auch als Favorit des OBs klar kontra gegeben und wäre für die Bürger eingestanden. Der Schreiberling sollte mal endlich die Parteibrille abnehmen und objektiv bewerten. Zumal Haas fraktionslos ist, die wilden Spekulationen ohne Hintergrundwissen sind wirklich gehaltlos. Schwarz Weiss denken, Haas arbeitet unter Palmen, also ist er grün.Völliger Schwachsinn. Wer sich auskennt weiss, dass auch in Tübingen gerade Haas seine Kontrafähigkeiten gegen Obrige als Stärke ausgewiesen wird.

    Und zum Gemeinderat kann man nur sagen: Jede Klassensprecher-Wahl kommt ohne Losentscheid aus. Stadträte, die sich der Diskussion entziehen, gemeinsam auf einen Nenner zu kommen, sind m.E. Einfach nur fehl am Platz.

  9. Schantle Says:

    Knecht Ruprecht,

    dass im Gemeinderat nicht alle abgestimmt haben, versteh ich auch nicht und find ich blöd. Aber dass jetzt soviel Wind um die Haas-Wahl gemacht wird, zeigt mir, dass es bei jedem Bauvorhaben in der Zukunft dann ein Theater dieser Art gegeben hätte. Das will ich nicht, mir langt das Geschrei um Turm und Knast!


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