Nö, Herr Schulz, in Rottweil stinkt’s nach Rauch!

2. Januar 2016

Rottweil. SchwaBo-Chef Armin Schulz nimmt einen falschen Feueralarm heute zum Anlass, über Kaminfeuer zu philosophieren. Oft in der Stadt rum läuft Schulz nicht. Ein Satz geht so:

Zumal in diesem milden Winter, in dem Kaminfeuer so selten geworden sind, dass man fast vergessen konnte, wie sie aussehen.

Widerspruch! Ich weiss ja nicht, was bei Herrn Schulz ein milder Winter ist und wann er seinen Ofen anzündet oder ob er an der Riviera wohnt, aber seit Ende November hatten wir todsicher keine einzige heisse Nacht, und man hat nach Redaktionsschluss Bote keine Bikinis und Badehosen gesehen. Es war das übliche Wetter, wo manche abends und frühmorgens gern ihren Kamin oder Pelletofen anzünden und ein kleines Feuerchen machen – und das riecht man auch!

In Rottweil – und nicht nur da – stinkt es jedes Jahr nämlich mehr nach Rauch von diesen Holz- und Pelletheizungen. Fehlen bloß noch Eierkohlen und Briketts, dann sind wir wieder 50 oder 100 Jahre rückwärts. Das ist zugegeben nicht in jeder Straße gleich, aber es gibt Rottweiler Viertel, da stinkt es bei entsprechender Wetterlage, wenn der Rauch nach unten gedrückt wird, schon ganz deutlich.

Und im Rahmen der „Energiewende“ wo wir doch CO2 sparen, hihi, wird das noch zunehmen. Sogar die grünrote Landesregierung, mit der ich in dem Punkt mal ausnahmsweise einig bin, hat neulich den Kaminrauch direkt zum Feinstaub durch den Verkehr dazugezählt, und da gehört er auch hin. Wenn man also den Verkehr wegen Feinstaub verbieten will, dann müßte man logisch auch Kaminrauch verbieten. Paris hat das vor zwei Wintern mal gemacht. Guck da!

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6 Antworten to “Nö, Herr Schulz, in Rottweil stinkt’s nach Rauch!”

  1. Schantle Says:

    Was ist im Fall des Feinstaubalarms zu tun?

    Die Stadt Stuttgart empfiehlt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, Fahrgemeinschaften zu bilden, Fahrrad zu fahren oder zu Fuß zu gehen. Wer doch ein Auto braucht, könne auf ein Elektromobil oder ein E-Taxi umsteigen. Darüber hinaus solle man Freizeitverkehr reduzieren und Kaminöfen, die nicht unbedingt zum Heizen gebraucht werden, nicht anfeuern.

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.feinstaubalarm-in-stuttgart-ab-januar

  2. Schantle Says:

    Holzöfen sind Hauptschuld an Südtirols Feinstaub, nicht die Autos

    Während in mehreren Großstädten Italiens Fahrverbote wegen der überhöhten Luftverschmutzung erlassen wurden, haben die Fachleute einen anderen Schuldigen ausfindig gemacht: den Hausbrand

    http://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Lokal/Holzoefen-sind-Hauptschuld-an-Suedtirols-Feinstaub-nicht-die-Autos

    Man weiß, dass in Mailand 50 und in Rom 70 Prozent des Feinstaubs aus Auspuffen kommen; den Rest steuern vor allem Holzheizungen bei. Aus diesem Grund hat die Region Piemont mit der Hauptstadt Turin angeordnet, die Wohnungen um ein, zwei Grad weniger und kürzer am Tag zu heizen.

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.umweltverschmutzung-italien-ringt-nach-luft

    „Wir müssen den Verkehr immer mehr vom privaten Autos zu öffentlichen Verkehr verlagern, gleichzeitig müssen wir weiter die Effizienz der Energieerzeugung verbessern und wir müssen auch die Luftverschmutzung, die von den Heizungen ausgeht, bekämpfen.“

    http://www.deutschlandfunk.de/smog-fahrverbot-in-italien

  3. Klabautermann Says:

    Was die Grünen in die Hand nehmen wird erst durch

    Investitionen zum Geschäft und dann zum Fluch.

    +++++

    Früher galt, daß man Experten befragt und messen

    lies.

    Heute, in der Zeit der „Grünen“ Experten wird so viel

    Mist Gebaut, daß man damit Jahrhunderte die Biogas-

    Anlagen befüllen könnte.

  4. Schantle Says:

    Die Deutschen sägen sich in einen Holz-Rausch
    Kamine galten einst als „Heizung der Armen“, heute wird fast jeder Neubau mit einem Ofen ausgestattet.
    ……………
    Angesichts eines solchen Hypes ist kaum nachvollziehbar, dass Kaminöfen mal regelrecht out waren. Doch tatsächlich konnten Hersteller und Handel 1990 in Deutschland nur ganze 38.000 Öfen absetzen. Wer in der gerade untergegangenen DDR gezwungen war, mit Braunkohlebriketts gegen die Kälte anzufeuern, sehnte sich nach dem Komfort einer Zentralheizung. „Im Westen wiederum waren Kamin- und Kachelöfen seit den 1960er-Jahren als Heizung für Arme verfemt“, sagt Thomas Beyerle von der Immobilienberatungsgesellschaft Catella. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten die Menschen die Wälder nach jedem Stück Holz ab, um nicht frieren zu müssen. „Wer später den Komfort einer Zentralheizung genießen konnte, wollte nicht an diese früheren Zeiten erinnert werden“, sagt der Researcher. Die Kinder der Aufbaugeneration hätten diese Einstellung übernommen.

    http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article149127607/Die-Deutschen-saegen-sich-in-einen-Holz-Rausch

  5. Wahrsager Says:

    Unimog fahren. Garantiert kein Feinstaub.

  6. ebbele Says:

    Ob’s stinkt oder nicht hängt erstens von der Wetterlage ab – und absolut auch davon was man in sein Öfele steckt. Es soll Leute geben, die ihren Kaminofen als kleine Müllverbrennung-Anlage betrachten – und der Nachbar, als auch der herumstreifende Schantle merken es.


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