Sigmaringen ist „bereits orientalisiert“

17. März 2016

Region Rottweil. Da in Sigmaringen die Bundeswehr auch aus den  Kasernen hinaus geworfen wurde, und jetzt viele Asylanten drinhocken, hat sich die Stadt bereits orientalisiert. Unten der ganze gute Artikel aus dem Südkurier. Es ist nur noch die Frage, ob wir das in Rottweil und ganz Deutschland auch so wollen. Außer der AfD wehren sich alle anderen Parteien nicht dagegen:

Sigmaringen: Die Flüchtlinge verändern die Stadt

Wer eine alte Kaserne auf der Gemarkung liegen hat, bekommt viele Flüchtlinge. Diese Erfahrung macht Sigmaringen, das sich stark verändert

Es ist einer dieser verhangenen Mittage im späten Winter. Die Flagge auf Schloss Sigmaringen steht auf Halbmast, traurig hängt das Hohenzollern-Tuch mit zwei weißen und zwei schwarzen Feldern im Nieselregen. Das Schloss trägt Trauer, und dem Mann im Cowboyhut geht es nicht besser. „Meine Laune steht auch auf Halbmast“, knurrt er. „Die Flüchtlinge…“. Mitten im Satz bricht er ab, packt zwei gekaufte Schachteln mit Zigaretten ein und verschwindet im Regen.

Wie nur wenige Städte in Baden-Württemberg ist die alte Residenz von der Krise betroffen. Auf 12 500 Einwohner in der Kernstadt kamen Ende 2015 mehr als 4000 Flüchtlinge. Zurzeit sind es deutlich weniger, weil die LEA (Landeserstaufnahme) ihre Bewohner nach einigen Wochen weiterleitet. Doch das nächste Frühjahr kommt, dann dürfte die Zahl ansteigen. Sigmaringen hat das Glück oder Pech, dass es über eine leerstehende Kaserne verfügt – wie auch Meßstetten, Donaueschingen, Villingen. Die Immobilie gehört dem Bund, sie bietet Platz und ist möbliert – da ist die Versuchung groß.

Die meisten Bürger reagieren erstaunlich gelassen auf die Veränderungen. Arabische Läden, verschleierte Frauen und Pulks mit jungen Männern, die in Jeans und dunkle Lederjacken gekleidet, durch die Stadt ziehen. Arbeiten dürfen sie noch nicht. Sigmaringen hat sich stückweise orientalisiert. Die katholische geprägte Stadt mit dem Dornröschen-Schloss über der Donau hat sich gefühlt nach Osten verschoben.

Im Landratsamt mit seinem großzügigen Kunstbestand hängt ein interessantes Metallrelief. Es zeigt Menschen, die sich abmühen, um auf Leitern nach oben zu kommen. Andere haben es schon geschafft. Das Werk des Tuttlingers Roland Martin wurde 2014 installiert – dem Jahr, in dem die Flüchtlinge die Bundesrepublik erreichten.

Frau Müller (Name von der Redaktion geändert) betreibt seit sechs Jahren den Bahnhofskiosk. Sie weiß, was läuft. Von ihrem Tresen aus übersieht sie den Vorplatz und beobachtet, wer aus den Bussen klettert. Es gibt wenig Menschen hier, die mehr Publikumsverkehr haben wie die drahtige Frau. Frau Müller sagt: „Die Fremden sind oft netter als die Deutschen.“ Probleme? Nein, das hatte sie nie. Dass Menschen überhaupt fliehen, akzeptiert sie nicht. „Wir haben unser Land nach 1945 doch auch aufgebaut und konnten nicht fliehen. Wir sind geblieben.“

Dem widerspricht Dorothea Mattes. Sie erschrickt nicht, wenn sie viele fremde Menschen in einer Kleinstadt sieht. „Natürlich schaffen wir das“, kommentiert sie zum Erstaunen von Frau Müller. „Ich spüre viel Angst, aber auch Mitgefühl“, meint die Lehrerin, bevor sie ihre Pfefferbeißer bezahlt.

Die Innenstadt macht deutlich, was beide Frauen meinen. Das Stadtbild verändert sich langsam, aber sicher. Da ist das alte Fachgeschäft für Lederwaren in der Fußgängerzone, von dem noch die Werbung kündet, die neben dem Fürstenwappen aufgemalt sind. Doch ist das lange her. Inzwischen hat das „Sham“ eröffnet, das nach eigener Auskunft Lebensmittel von Afrika bis Asien verkauft. Ahmed Haddan und Imad Alden räumen eben glitzernde Regale ein.

Eine Ecke weiter wirbt das „Damaskus“, das vor drei Monaten aufsperrte. Zainab Shami verkauft dort „authentische arabische Lebensmittel“. Es ist kaum übertrieben: Der Kaugummi kommt aus Jordanien, die Sesampaste aus Syrien. Fleisch gibt es keines, dafür viel Gemüse, Konserven mit grünen Bohnen und Gläser mit riesigen Artischocken. Abgerundet wird das Sortiment von Shischas mit sehr bunten Schläuchen.

Zainabs Laden ist inzwischen Institution. Die meisten Käufer verweilen so länger als für den Einkauf nötig. Die Blicke der arabischen Kunden wandern über die Etiketten, sie betrachten die arabischen Worte und die bekannten Bilder auf den Packungen. Zum Inventar gehört auch eine Nachtaufnahme der Kaaba in Mekka. Zwei Dutzend Menschen drängen sich in dem quadratischen Raum. Frau Shami behandelt alle gleich gut.

Warum sie das macht? Sie ist US-Staatsbürgerin, ihr Bruder brachte sie auf die Idee, in Deutschland ein Geschäft zu öffnen. Der Hunger nach Heimat ist vorhanden und sie stillt ihn. Wenn ihre Landsleute wenig Geld haben, gibt sie das Brot auch unter Wert her. Oder sie schreibt an, zum Leidwesen der Konkurrenten. Und sonst? Sie mag dieses Land und sagt: „Die Deutschen sind freundlich und respektvoll.“

Auch zwei junge Frauen sind heute ihre Kunden, beide türkischer Herkunft, modisch gekleidet und sorgfältig geschminkt. Die beiden kaufen in der Mittagspause schnell etwas Gemüse ein, meiden aber Kontakte. „Jede Frau hat inzwischen einen Pfefferspray in der Tasche“, sagt eine. Die andere erzählt von ihrer zehnjährigen Tochter, die sie stärker als früher beaufsichtigt. Die Mutter hat Angst. Vor allem der Bahnhof und der nahe liegende Park seien dem Kind verboten. Dunkle Gerüchte schwirren durch die Stadt, wenn die Rede auf den Park kommt. Sie lassen sich nicht belegen und auch nicht widerlegen. Drogenhandel, sexuelle Übergriffe? Wer danach fragt, erhält halbgare Antworten.

Ein Seelentröster ist das „Tigris“ in der Fürst-Wilhelm-Straße. Sein Chef Hasan Yamam fährt das volle Programm von Döner bis Pommes. Hasan ist türkischer Kurde und hat von der politischen Situation im Nahen Osten ein klares Bild. Während er leckere Fleischstücke vom Drehspieß schält, erläutert er die strategische Lage. Erdogan, die Peschmerga, deutsche Waffen, deutsche Illusionen. Bis der Döner fertig ist und von seinem pakistanischen Gehilfen mit Gemüse dekoriert wird, hat Hasan eine Lektion erteilt. Sein Heimatdorf in Anatolien stand am Tigris, jenem mächtigen Fluss, der zusammen mit dem Euphrat das tiefer liegende Mesopotamien bewässerte. Inzwischen steht das Dorf nicht mehr, berichtet Hasan. Der Staudamm hat es begraben. Sein Lokal in Sigmaringen hat er eben aufgemacht. Junge Araber kommen häufig zu ihm und erhalten den Döner zum Sonderpreis.

Der Bahnhof ist ein Brennpunkt, ein anderer das Krankenhaus. Im November engagierte die Klinikleitung einen Sicherheitsdienst. Mehrere Übergriffe täglich machten es nötig, die Klinik schildert es so: Die Nachtschicht leisten meist Frauen. Bei Notfällen waren einige Flüchtlinge nicht bereit, sich den Anordnungen zu fügen. Sie machten Krach und wurden ausfällig. Deshalb wurde der Sicherheitsmann engagiert, der die Situation schlichtet. Von 24 bis 6 Uhr hält er die Stellung und begleitet auch Krankenschwestern zum Auto. Sigmaringen ist unsicherer geworden – mindestens dem Gefühl nach.

Bereits im Oktober hatte eine kleine Gruppe von Flüchtlingen für „bessere medizinische Behandlung“ demonstriert. Sie klagten darüber, dass ihnen die ärztlichen Leistungen nicht in vollem Umfang zuteil würden. Gleichzeitig hielten sie lobende Plakate in die Höhe. Der Protest löste bei den Einheimischen Kopfschütteln aus.

„Eine Stadt ist am Ende ihrer Kraft“, titelte diese Zeitung vor vier Monaten. An diesem Eindruck hat sich wenig geändert. Mit dem nahenden Ende des Winters werden neue Menschen in die Stadt strömen. SPD-Stadträtin Ulrike Tyrs drückten es vor einigen Wochen so aus: „Wir haben den kleinen Finger gereicht und die ganze Hand wurde genommen.“ Und die andere Hand?

Südkurier 17.3.16

10 Antworten to “Sigmaringen ist „bereits orientalisiert“”

  1. Dorfschantle Says:

    Warum erscheint dieser Artikel erst nach der Wahl?

  2. Klabautermann Says:

    Und wen sich die „Schutzsuchenden“ von ihrer gefährlichen

    Reise erholt haben beginnt der Geburten – Dschihad.

    Und dann liebe Mitstreiter beginnt die Eroberung des

    Abendlandes.

    Ganz legal.

    Mit Unterstützung der Sozialämter.

    Mit Unterstützung durch Kindergeld.

    usw.

  3. Häberle Says:

    Sigmaringen Stadt:

    Grüne 3301 Stimmen 42.9%(!)

    Mein Mitleid hält sich in Grenzen…

    http://wahlen11.rz-kiru.de/08437104W/ltw2016.html

  4. Schantle Says:

    Es geht nicht um Mitleid mit Sigmaringen, sondern um eine Zustandsbeschreibung!

  5. Häberle Says:

    @schantle: Sag ich ja! Zustand ist: „geliefert wie bestellt!“

  6. Dr.med.Wurst Says:

    Häberle 100 Punkte! Wer aus Schaden nicht schlau wird bekommt die Rechnung…..Einfach Haken unter Sigmaringen machen. Tut einem nur Leid für die 15% Aufrechten….

  7. Keirut Says:

    Man muss sich nur mal das Wahlverhalten im schnuckeligen Rajspschen Lauterbach anschauen, die werden auch bald die entsprechende Ernte einfahren können, man fasst es einfach nicht. Ein armseliges Häuflein Alternativwähler gegen eine bräsige, hirnlose, seit Menschengedenken Unionswählende Masse.

  8. Häberle Says:

    OT: @Schantle was sagst eigentlich dazu dass es mittleweile fast scho in jedem Näschd ein extra blog gibt (s. Schwabo). ist zwar breiteres Angebot aber es verzettelt sich auch viel gerade von den regionalen Themen.

    http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.fluorn-winzeln-rat-und-namenlos-in-fluorn-winzeln.7b75098a-598c-489e-9186-e8249cd98dac.html

  9. Schantle Says:

    Häberle,
    ja, hab das auch gelesen, kenn mich da aber nicht aus!


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