Die „lustige“ Story des Heiligenhof-Mörders

5. April 2016

Kreis Rottweil. Der Mörder vom Heiligenhof steht seit heute vor Gericht. Seine Version des Mordes wäre zum Lachen, wenn er nicht einen Menschen umgebracht hätte. Hört euch das an:

Biohof-Mordprozess: Angeklagter verstrickt sich in Widersprüche

Landgericht Rottweil verhandelt über tödliche Messerattacke auf 38 Jahre alten Biobauern auf Hof bei Deißlingen

Ein 61 Jahre alter Mann aus Ungarn muss sich seit Dienstag wegen Mordes und unerlaubten Waffenbesitzes vor dem Rottweiler Landgericht verantworten. Er soll am 6. Oktober auf dem Heiligenhof bei Deißlingen den 38 Jahre alten Sohn der Bauernfamilie erstochen haben, nachdem er zuvor die Schwiegertochter gefesselt und die Bäuerin mit dem Messer bedroht hatte. Der Sohn wiederum hatte vergeblich versucht, dem Mann das 20 Zentimeter lange Messer zu entreißen. Die Klinge drang tief ein: Eine Rippe wurde durchschnitten, Herz, Leber und Lunge getroffen. Er verstarb noch am Tatort.

Die Darstellung des Angeklagten vor Gericht

Er habe niemanden bedroht, das Messer immer Richtung Boden gehalten, und der „arme Gestorbene“, sei in das Messer gefallen. Auch habe die Familie ihm das Geld freiwillig gegeben, keiner habe Angst vor ihm gehabt, er hingegen schon, weshalb er die Schwiegertochter gefesselt und sich zuvor mit einer Socke maskiert habe.

Ausführlich erzählt der schmächtig wirkende Mann, der viele Jahre im Rottweiler Stadtteil Bühlingen lebte und zeitweise bei der Firma Mahle arbeitete, aus seinem Leben. Geboren im ehemaligen Jugoslawien sei er nach Deutschland zu kommen, um hier zu arbeiten. Ein Haus habe er in Bühlingen gebaut, später verkauft, um am Plattensee in Ungarn ein Restaurant zu eröffnen.

Offenbar ging das Geschäft nach der Wende nicht mehr, später sei er wegen eines Ungeschicks im Gefängnis gelandet. Frisch entlassen habe er sich auf den Weg nach Deutschland gemacht, um in Zimmern zu arbeiten, hier war er zuvor schon als Saisonarbeiter tätig.

Unterwegs sei er mitten in die Flüchtlingsströme geraten, ausgeraubt und am Bein verletzt worden, schließlich nach einer wochenlangen Odyssee über Österreich nach Rottweil gekommen. Im Krankenhaus habe man ihn notdürftig behandelt, weil er seine Sozialversicherungskarte nicht dabei hatte. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Spittelmühle, einer Hilfeseinrichtung für Wohnungslose in Rottweil, habe er diese Sozialversicherungskarte in Ungarn holen wollen, wohin er sich zu Fuß auf den Weg machte. In Richtung Autobahn sei er gelaufen und eines Abends auf den Hof oberhalb Deißlingens gestoßen. Da sei alles hell gewesen, aber niemand zu finden.

Er habe großen Hunger gehabt und daher im Laden Essen genommen, das Messer habe er benutzt, um den Käse kleinzuschneiden. Er habe auf die Hausbesitzer warten wollen, um anzubieten, das Essen abzuarbeiten, sei dabei eingeschlafen.

Am nächsten Morgen sei er erschrocken, als jemand in den Laden gekommen sei, deshalb habe er sich maskiert. Die junge Frau habe keine Angst vor ihm gehabt, „ich hatte mehr Angst als sie!“ Er habe Gartenwerkzeug im Eck stehen sehen und befürchtet, sie könne ihm das überziehen, daher habe er sie gefesselt. Das Messer habe er unbedingt zurückbringen wollen, betonte er immer wieder.

Und um Geld habe er gebeten, die ältere Frau sei sehr freundlich gewesen. Sie habe nach Scheinen für ihn gesucht, dann sei er plötzlich gepackt worden und gefallen, dabei müsse der Sohn ins Messer gefallen sein. „Ich habe gerufen, sie sollen einen Notarzt holen!“ Als er dann das Haus verlassen habe, hätte ihm der alte Mann Geld in die Hand gedrückt. „Das Messer hatte ich da schon weggelegt.“

Seine Aussagen quittierten die Zuhörer im vollbesetzten Gerichtssaal teils mit Raunen, teils mit empörten Rufen und Gelächter. Und auch Richter Karlheinz Münzer, sonst die Ruhe selbst, riss immer wieder der Geduldsfaden.

Der Prozess, bei dem auch drei Sachverständige zugezogen sind, wird am Donnerstag, 14. April fortgesetzt.

(Soweit der Südkurier. Der Mörder hat übrigens einige Verbindungen in die Umgebung!)

4 Antworten to “Die „lustige“ Story des Heiligenhof-Mörders”

  1. ewing Says:

    Wir werden nur noch verarscht und ausgelacht und die Justiz in Bananistan ist zum Heulen.

  2. klepfer Says:

    Diesen Deppen dürfen wir jetzt 20 Jahre einsperren und alimentieren. Bin trotzdem kein Freund der Todesstrafe, obwohl es eigentlich nahe liegt.

  3. tomir83 Says:

    Hat dies auf Tomislav Radic rebloggt.

  4. Klabautermann Says:

    Bei unser Justiz wäre eigentlich ein Freispruch mit

    Entschädigung drin.

    Alles andere wäre schädlich für unseren Ruf in der

    Welt.

    Und wir dürfen nicht die schrecklichen Dinge, die

    die Nazis begangen haben, vergessen.


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