„Bürgerworkshop“ mit 20 einsamen Herzen

17. Oktober 2016

Rottweil. Es war „Bürgerworkshop“ und keiner ging hin. Gerade mal 20 einsame Herzen tagten zu Rottweil, und ein uns Bekannter glotzte auf sein Handy. Der „beste“ Vorschlag: ein Spielplatz für Senioren! Der fehlt anscheinend noch zum Glück!

Das ist alles unnötig wie ein Kropf. Guck da! Über wichtige Sachen wird man in Deutschland nicht gefragt: Soll die DM abgeschafft und ein Euro eingeführt werden? Soll Griechenland mit einer halben Billion gerettet werden? Wollen wir den doppelten Strompreis? Sollen wir umgevolkt werden? Da kommt nix.

In Rottweil sollte man auf Posselt hören. Guck da! Wozu haben wir einen Gemeinderat?

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3 Antworten to “„Bürgerworkshop“ mit 20 einsamen Herzen”

  1. Audifax Says:

    Was haben die Leute denn eigentlich erwartet?

    Inzwischen hat doch jeder mitbekommen (können), daß das Mitgestalten der kommunaler wie anderer Vorgänge seitens der Bürger den Machthabenden bloß lästig ist; wo sich eine Bürgerversammlung oder dergleichen nicht umgehen läßt, werden gutmenschliche Kollaborateure und bei Bedarf noch Schlimmerr angekarrt, um kritische Stimmen niederzubrüllen oder sonstwie mundtot zu machen.

    Ich wäre an Stelle der Rottweiler Bürger einer solch durchsichtigen Veranstaltung auch ferngeblieben. Ich hätte von vornherein erwartet, daß man sich lieber stundenlang mit herztausigen Marginalien beschäftigt als heiße Eisen anzupacken. Was ja dem Bericht nach auch geschehen ist.

  2. Dr.med.Wurst Says:

    Korrekt Audi,

    das dient im Allgemeinen nur als Feigenblatt um seitens der Institutionen nach außen hin kommunizieren zu können, dass man transparent agiert und den Bürger mit einbeziehen will.

    Die wichtigen Themen werden immer ausgeklammert, da sowas ja von den gewählten Vertretern, s. Gemeinderäte, anscheinend „besser“ entschieden werden kann. Dumm nur wenn man lauter ignorante Dummschwätzer am Start haben, die sich selber gerne beim Heißluft absondern zuhören.

    Wie wäre es z.B. mit einem meiner Lieblingsthemen, der Sicherheit in der Stadt ab 22 Uhr am WE, dem Rottweiler Drogen- und Nachtleben, speziell um APO,ZIZ und HARP….die Probleme werden konsequent vom Gemeinderat und der Stadt ignoriert oder heruntergespielt.

    Dumm nur, dass sich wieder ein paar Leute wieder in Zizenhausen geprügelt haben.

    http://www.nrwz.de/aktuelles/2016-10/auseinandersetzung-der-waldtorstrasse/128120

    Der Arnegger machts mal wieder kryptisch, aber dieses mal war’s vorm ZIZ. Die haben sich dort mit dem Türsteher und dann sogar mit der Polizei einen „Schlagabtausch“ geleistet…

    Aber egal – laut der Stadt gibt es keine „strukturelles Problem mit Gewalt“ in der Ecke der Stadt. Die Luft wird langsam aber dünn, die merken es nur noch nicht.

    LOL

  3. Audifax Says:

    Eine interesante Beobachtung zur Arbeit in Gremien machte Cyril Northcole Parkinson:

    In Sitzungen werden nicht die wichtigsten Themen am ausführlichsten diskutiert, sondern die, von denen die meisten Teilnehmer eine Ahnung haben. Da es eher triviale Themen und Randaspekte sind, von denen am meisten verstanden wird, nehmen sie den breitesten Raum ein.

    Als Beispiel führt er an:

    Ein Gemeinderat hat über zwei Dinge zu beschließen: Den millionenschweren Bau eines Atomkraftwerks auf gemeineeigenem Boden sowie einen neuen Fahrradständer für die örtliche Schule.

    Der Antrag wg. Atomkraftwerk wird in Minutenschnelle abgenickt, weil niemand dazu etwas zu sagen weiß; der einzige Gemeinderat, der Ahnung hat, hütet sich, eine sinnlose und zwangsläufig unsachliche Diskussion anzufachen. Über den neuen Fahrradständer (für ein paar hundert Euro) wird hingegen eine Stunde debattiert, da meint jeder etwas beitragen zu müssen.

    Und ein Zitat von Werner Finck zum Abschluß: Wer sich getroffen fühlt, ist gemeint.


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