Narrenzunft jammert stolz zum Narrentag

13. Januar 2017

Rottweil. Schon seit Wochen bringt der Bote seitenlange Berichte von der Narrenzunft, was die alles tat und tun musste zum Narrentag. Zum Beispiel 75 .000 Emails schreiben. Man fragt sich, wie die bisherigen vier Narrentage ohne Whatsapp zustandekamen. Auszug:

Wo und wann müssen welche Absperrgitter zur Verfügung stehen, wo können sich die Jungnarren fürs lebige Bild beim Empfang der Narrenzunft umziehen? Wie werden die Plätze für Menschen mit Behinderung frühzeitig abgesperrt und gekennzeichnet? Wann kann im Kapuziner die Deko angebracht werden – vor, während oder nach der Verlegung des Spezial-Teppichbodens, der dem Schutz des historischen Sonnensaals dient? Sind die 18 Zahlstellen optimal platziert, reicht die Zahl der Personen aus, um Zuschauer dennoch schnell und unkompliziert in die Stadt zu lassen? Wurden alle Innenstadt-Anwohner informiert, dass Stellplätze wegfallen, dafür aber spezielle Parkplätze am Nägelesgraben für Innenstadt-Bewohner ausgewiesen wurden? Muss das Pferdegespann, dass den Narrenbaum in die Stadt befördert, von der Polizei eskortiert werden oder reichen ein paar wache Wadelkappen…

Auch sind bereits zwölf Dixi-Klos mit zweistündiger Leerung für 25.000 Euro bestellt. Da stellen sich aber noch mehr Fragen! Ist genug Ökostrom im Netz? Wurden alle Juchtenkäfer und Gelbbauchunken aus der Stadt umgesiedelt? Gibt es genug Veggie-Döner und glutenfreie Biosäfte für den Durst? Sind genug Psychologen da, falls schwer traumatisierte Flüchtlinge vom Klepfen verschreckt werden? Wo kann ich mein E-Bike parken und aufladen? Werden genug Betonblöcke gegen „Gefährder“ aufgestellt? Und wie sieht es mit Feinstaub bei den Fackeln am Samstagabend aus? Und das viele CO2? Wurde dafür bereits eine ökologische Ausgleichmaßnahme (für 15 Kokospalmen in Grönland) bezahlt? Und…

Bei uns ist alles überreguliert und kompliziert, egal ob Narrendag oder zweites Gleis im Neckartal. Guck da! Wie hat man bloß früher ein Narrentreffen mit einem Zehntel der Arbeit hingekriegt? Und das ohne „Willkommenskultur“-Geschwurbel vom Narrenmeister? Aber: „Wir schaffen das!“

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2 Antworten to “Narrenzunft jammert stolz zum Narrentag”

  1. meld mich auch mal wieder Says:

    Rauchzeichen?
    Buschtrommel?
    Schneckenpost?
    Telefon?

  2. Dorfschantle Says:

    Wie fast alle Lebensbereiche ist auch die Narrenzunft infiziert von inflationärer Vielfalt, die kein Mensch braucht:
    Zu früheren Treffen gab es ein einziges Plakat.
    Jetzt haben wir 5 Gaga-Plakate, von denen keines die Mindestanforderung an ordentliche Qualität erfüllt, nämlich gute Lesbarkeit der zentralen Fakten!


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