Mio-Schaden: erfi-Brandstifter Bewährung

1. Juni 2017

Rottweil. Der aus der DDR stammende Alkoholiker, der die Firma erfi (Ernst Fischer) in Freudenstadt angezündet und einen Schaden zwischen 5 und 10 Mio Euro angerichtet hat, kriegte vom Landgericht Rottweil wie prophezeit Bewährung:

Richter Karlheinz Münzer nannte den Fall bei der Urteilsbegründung „außergewöhnlich“: einerseits aufgrund des „ungewöhnlich hohen Schadens“, der im „strafrelevanten“ Rahmen vom Gericht auf fünf Millionen Euro geschätzt wurde, andererseits wegen der besonderen Situation des Angeklagten. Der sei aufgrund prägender Erlebnisse in der Jugend, durch jahrelange Leiharbeit sowie wegen seiner Alkoholabhängigkeit zur Tatzeit in einem „psychischen Ausnahmezustand“ gewesen…

Also:

Nach der intensiven Beschäftigung mit dem Seelenleben des Angeklagten kam das Gericht zu dem Ergebnis, dass er nach der überraschenden Nachricht über seine Abmeldung als Leiharbeiter bei „Erfi“ nicht in der Lage war, die aufkommenden Gefühle von Wut und Verzweiflung zu bewältigen. In der Folge habe er sich in den Stunden danach stark betrunken und sei mit 3,22 Promille in die Firma eingebrochen…

Also ist anscheinend die Firma mitschuld, weil sie den Herrn als Leiharbeiter anstellte und sein Seelenleben durcheinander brachte? Guck da. Und jetzt folgen die Trinkerheilanstalt und diverse Therapien…

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2 Antworten to “Mio-Schaden: erfi-Brandstifter Bewährung”

  1. Ekkehard Says:

    Nur mal angenommen: Der Nachbar einer Hätschelanten-Unterkunft hat jahrelang Zusatzjobs annehmen müssen, um die laufend entstehenden Schäden an seinem Eigentum beheben zu können. Um nachts schlafen zu können, hat er aben so lange Medikamente und Akohol einnehmen müssen.

    Und dann kriegt er wegen geplanter Erweiterung besagter Unterkunft übergangslos eine Wohnungskündigung. Ist ja alles schon vorgekommen.

    Kriegt er dann auch Bewährung, wenn er…


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