Werner Steppelers Nazis auf Feldherrnhügel

21. Juni 2017

Rottweil. Weil der Bote die Aussichtsplattform neben dem TK-Turm passend „Feldherrnhügel“ nannte, dreht Werner Steppeler am Rad. Sein links erhitztes Hirn sieht eine „ungeheuerliche“ Nazi-Entgleisung. Sein Leserbrief ist folglich ein ungeheuerlicher Senf:

Die Plattform beim Testturm als Feldherrenhügel zu bezeichnen ist für mich nicht nur eine ungeheuerliche Entgleisung, sondern für alle Menschen, die unter dem Nazi-Regime gelitten haben, eine Verhöhnung und Beleidigung. Der Feldherrenhügel war Parade- und Aufmarschplatz der Nazis. Eine Verbindung zum Testturm herzustellen, grenzt schon an Geschmacklosigkeit.
Werner Steppeler, Rottweil

Ach Werner, Adolf war nie auf einem Feldherrnhügel, sondern in der Wolfsschanze oder sonst einem Bunker. Aber Napoleon und andere frühere Feldherren und Generäle stellten sich gern auf Hügel, um einen besseren Überblick auf den Schlachtverlauf zu haben, und schickten von dort herab ihre Befehle.

So gibt es in Rohrdorf bei Meßkirch einen Feldherrnhügel, von dem der Generalfeldzeugmeister Kray am 5. Mai 1800 die österreichisch-ungarischen Truppen in der berühmten Schlacht bei Meßkirch gegen die französischen Eindringlinge befehligte! Deutschland besteht nicht nur aus Adolf, lieber Werner.

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12 Antworten to “Werner Steppelers Nazis auf Feldherrnhügel”

  1. Schantle Says:

  2. Schantle Says:

  3. Schantle Says:

    Steppeler hat auch schon gute Leserbriefe geschrieben, guck da:

    https://rottweil.wordpress.com/2008/02/16/sehr-guter-leserbrief-von-werner-steppeler/

  4. Oskar A. Says:

    Der Steppeler soll sich nicht so aufregen. Schon der große römische Feldherr Caesar wird mit solch einem Hügel in Verbindung gebracht (Bellum Gallicum), auch er stieg auf eine Anhöhe, um die strategische Übersicht zu behalten, im übertragenen Sinne versteht man heute darunter eine „Kommandozentrale“. Und der Begriff ist treffend für das Gelände am Testturm. Und Werner Steppeler war sicher nie Althumanist, geschweige denn Humanist, sonst müsste er das wissen.

  5. ewing Says:

    Die Militärgeschichte fängt nicht erst 1933 an.

  6. Ekkehard Says:

    In der Tat: Hitlers einziger belegter Kontakt zu dem Begriff „Feldherrnhügel“ war während seiner Festungshaft 1924: Der Gebäudetrakt in Landsberg am Lech, wo er einsaß, wurde scherzhaft aals Feldherrnhügel bezeichnet.

    Im übrigen ist es ausgesprochen kindisch, hinter jedem Gebrauch eines Wortes nationalsozialistische Tendenzen zu vermuten, bloß weil das Wort auch mal von Hitler und seinen Gefolgsleuten benutzt wurde.

    Herrn Steppeler ist zu empfehlen, sich daran zu erinnern, daß die Nationalsozialisten viel Geld in Maßnahmen zu Hygiene und Gesundheit gesteckt haben, unter anderem auch in anständige sanitäre Anlagen. Da müßte man ja konsequenterweise ab sofort in die Hose machen, oder?

  7. Ein stiller Leser Says:

    Ich lach mich schlapp. Da sieht man mal wieder wie dumm manche Leute einfach mit dem derzeitigen, in Teilen der Bevölkerung vorherrschenden Zeitgeist mitgehen, überall böse Nazis zu sehen.

    Der gute Herr Steppeler sollte besser mal seine Birne einschalten bevor er Leserbriefe schreibt und sich damit der Lächerlichkeit preisgibt.

    Er verwechselt wohl einen Feldherrenhügel mit der Feldherrnhalle in München, die nach der dortigen Niederschlagung des Hitler-Ludendorff-Putschs 1923 eine Gedenkstätte der Nationalsozialisten an eben dieses Ereignis war. Aber wenn man in der Zeitung nur „Feldherr“ liest und sofort anfängt Nazi zu schreien, fällt einem dieser kleine Unterschied natürlich nicht auf…

  8. Ekkehard Says:

    Der Mechanismus ist im Prinzip nicht neu. Iwan Petrowitsch Pawlow fütterte schon 1905 einige Tage lang seinen Hund und ließ dabei eine Glocke ertönen. Nach kurzer Zeit war der Hund so konditioniert, daß er bereits beim Glockenton anfing zu sabbern, auch wenn er gar kein Futter bekam.

    Ein politisch korrekter deutscher Professor würde heute natürlich keine Glocke läuten, sondern „Nazi!“ rufen. Der Effekt wäre derselbe. Und wie man sieht nicht nur bei Hunden. Auch der Effekt bei politisch korrekten Mitmenschen ist ja im Grunde vom Sabbern nicht weit entfernt.

  9. Oskar A. Says:

    @Ein stiller Leser und Ekkehard,

    sehr gut, das mit der Feldherrnhalle und dem Pawlow’schen Reflex. Gefällt mir! :-))

  10. Meinrad Says:

    Das Gebaren von Leuten wie Steppeler erinnert stark an das nervige Gedöns von Kleinkindern, die immer „Erster“ sein wollen.
    Dieses ganze Nazi – Gequake geht einem nur noch auf den Sack, wir haben andere Probleme und wahrlich Besseres zu tun, als ständig mit solcherlei Ergüssen belästigt zu werden.

  11. Oskar A. Says:

    Auch von Geschichte hat Herr Steppeler keine Ahnung.

    „Dem Insassen Hitler fehlte es an nichts. Sein Trakt im ersten Stock hieß im Jargon
    „Feldherrenhügel“, Hitler bewohnte dort mehrere Räume; körbeweise gingen Fan-Post, Pakete und Sträuße ein“ (SPIEGEL, 2010).
    Wie schon Ein stiller Leser treffend formulierte, hat Herr Steppeler was verwechselt.

  12. meld mich auch mal wieder Says:

    Ich sags mol soo wie mir der Schanbbel gewachse ischt: solche dauerte linke Nazibrueller sollet lieben in den Wald gau und sich ein gute Ascht aussuchen.


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